Russlands Rohölproduktion sinkt im April um 460.000 Barrel täglich
Die IEA meldet einen deutlichen Produktionsrückgang – ukrainische Drohnenangriffe auf russische Energieinfrastruktur verstärken den Druck.

Russlands Rohölproduktion ist im April im Vergleich zum Vorjahresmonat um 460.000 Barrel pro Tag gesunken. Das geht aus Daten hervor, die die Internationale Energieagentur (IEA) am Mittwoch veröffentlichte. Die Gesamtproduktion lag damit bei mehr als 8,8 Millionen Barrel pro Tag.
Der Rückgang steht in direktem Zusammenhang mit intensivierten ukrainischen Drohnenangriffen auf die russische Energieinfrastruktur. Seit März haben ukrainische Streitkräfte wiederholt Russlands größte westliche Ölterminals angegriffen und dabei schwere Brände ausgelöst. Parallel dazu wurden auch Raffinerien attackiert, mit dem erklärten Ziel, die russische Kriegswirtschaft zu schwächen.
Ölproduktexporte auf Rekordtief
Besonders stark traf es die russischen Exporte von Ölprodukten. Diese sanken im April gegenüber dem Märzstand um 340.000 Barrel pro Tag auf nur noch 2,2 Millionen Barrel pro Tag. Laut der in Paris ansässigen IEA ist dies der niedrigste jemals von der Agentur verzeichnete Wert – ein historisches Tief, das die Wirksamkeit der ukrainischen Angriffsstrategie auf die Energieinfrastruktur unterstreicht.
Ein anderes Bild zeigt sich hingegen bei den russischen Rohölexporten: Diese stiegen im April um 250.000 Barrel pro Tag und erreichten damit 4,9 Millionen Barrel pro Tag. Das entspricht einem Anstieg gegenüber den Märzzahlen und deutet darauf hin, dass Russland trotz der Produktionsrückgänge weiterhin in der Lage ist, Rohöl auf den Weltmarkt zu bringen.
Energieinfrastruktur im Fokus des Konflikts
Die Zahlen der IEA verdeutlichen, wie stark der Krieg in der Ukraine inzwischen auf die russische Energiewirtschaft durchschlägt. Während die Rohölproduktion und die Exporte von Ölprodukten unter Druck geraten, bleibt der Rohölexport vorerst stabil. Für den globalen Ölmarkt und damit auch für deutsche Verbraucher und Unternehmen sind diese Entwicklungen von Bedeutung, da Russland trotz aller Sanktionen weiterhin einer der größten Ölproduzenten der Welt ist.
Die IEA, die 1974 als Reaktion auf die Ölkrise gegründet wurde und heute 31 Mitgliedsländer zählt, gilt als eine der wichtigsten Quellen für Energiemarktdaten weltweit. Ihre monatlichen Berichte werden von Marktteilnehmern, Regierungen und Analysten weltweit als Referenz genutzt. Die aktuellen Daten dürften die laufende Debatte über die Wirksamkeit westlicher Sanktionen und ukrainischer Militäroperationen gegen russische Energieeinrichtungen weiter befeuern.
