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Australien warnt: Iran-Konflikt könnte Ölpreis auf 200 Dollar treiben

Die australische Regierung skizziert im Jahreshaushalt ein Extremszenario mit Ölpreisen von 200 Dollar und globaler Wirtschaftskrise.

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Australien warnt: Iran-Konflikt könnte Ölpreis auf 200 Dollar treiben

Die australische Regierung hat in ihrem Jahreshaushalt ein alarmierendes Szenario veröffentlicht: Ein eskalierender Konflikt im Iran könnte die Ölpreise auf 200 Dollar pro Barrel treiben und eine globale Wirtschaftskrise auslösen. Das Finanzministerium legte die Analyse am Dienstag in den offiziellen Haushaltsunterlagen vor — ein ungewöhnlich offener Blick auf geopolitische Risiken in einem Staatsdokument.

Konkret warnt das Ministerium, dass eine solche Situation eintreten könnte, falls der Konflikt länger andauert oder eine Eskalation die Energie- und Exportinfrastruktur im gesamten Nahen Osten beschädigt. Besonders im Fokus steht dabei eine mögliche Unterbrechung der Ölversorgung aus der Region — einschließlich der strategisch wichtigen Handelsroute über das Rote Meer.

Dramatische Folgen für Australiens Wirtschaft

Im Extremszenario mit Ölpreisen von 200 Dollar im Zeitraum Juli bis September würde die australische Wirtschaft in diesem Quartal schrumpfen. Die Inlandsinflation würde im Jahr bis zum vierten Quartal auf 7,25 Prozent steigen, während gleichzeitig die Arbeitslosigkeit zunehmen würde. Höhere Preise für Treibstoff, Düngemittel und andere Petrochemikalien würden laut dem Bericht einige Unternehmen unrentabel machen und die Margen anderer erheblich schmälern.

Finanzminister Jim Chalmers sprach am Dienstag vor Journalisten in deutlichen Worten: „Wir sind in vielerlei Hinsicht Geiseln der Entwicklungen." Er ergänzte: „Die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten sind bereits gravierend. Es besteht weiterhin das Risiko, dass sie sehr schwerwiegend werden, und wir haben versucht, Ihnen ein Gefühl für diese Schwere zu vermitteln."

Ölmarkt bereits unter Druck

Die Lage an den Ölmärkten ist bereits angespannt. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus — einer der wichtigsten Meerengen für den globalen Öltransport — blieb am Dienstag eingestellt. Gleichzeitig stiegen die Ölpreise, nachdem US-Präsident Donald Trump das jüngste Angebot des Irans abgelehnt und angedeutet hatte, dass ein Waffenstillstand möglicherweise keinen Bestand haben werde. Die Sorte Brent Rohöl legte um rund 2 Prozent zu und notierte über 106 Dollar pro Barrel.

Die Straße von Hormus ist für den Weltmarkt von enormer Bedeutung: Rund 20 Prozent des global gehandelten Öls passieren diese enge Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Eine dauerhafte Blockade hätte weitreichende Folgen für die Energieversorgung weltweit — und damit auch für Europa und Deutschland.

Australien als Rohstoffexporteur mit Puffer

Trotz der düsteren Prognosen gibt es für Australien auch eine wirtschaftliche Kehrseite: Ein lang anhaltender Krieg würde die Preise für australische Exporte von Kohle und Flüssigerdgas (LNG) in die Höhe treiben, was der Wirtschaft eine gewisse Unterstützung bieten würde. Australien gehört zu den weltweit größten LNG-Exporteuren und profitiert bei steigenden Energiepreisen von höheren Exporterlösen.

Die zentrale Prognose der Labor-Regierung unter Premierminister Anthony Albanese geht davon aus, dass die Inflation in den drei Monaten bis Juni ihren Höhepunkt erreichen und nach Ende des Krieges wieder sinken wird. Finanzminister Chalmers betonte jedoch, dieser Ausblick sei „aus offensichtlichen Gründen stark von den Entwicklungen im Ausland abhängig, einschließlich der Dauer des Konflikts". Für Anleger weltweit bleibt die Lage damit hochgradig unberechenbar.

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