ANZEIGE

Ölpreise geben nach – Hormus-Risiken und Trump-Xi-Gipfel im Fokus

Nach drei Gewinntagen fallen Brent und WTI wieder – Händler warten auf Trump-Xi-Gespräche und beobachten die Lage an der Straße von Hormus.

2 Min
Ölpreise geben nach – Hormus-Risiken und Trump-Xi-Gipfel im Fokus

Die Ölpreise haben am Mittwoch ihre dreitägige Rally beendet. Brent-Futures mit Juli-Fälligkeit fielen um 1,3 Prozent auf 106,38 US-Dollar pro Barrel, während WTI-Rohöl um 1,4 Prozent auf 100,80 US-Dollar nachgab. Beide Kontrakte hatten in der vorangegangenen Sitzung noch mehr als 3 Prozent zugelegt.

Im Mittelpunkt des Marktgeschehens steht weiterhin die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch die Meerenge fließen normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs. Seit dem Ausbruch des Krieges Anfang des Jahres hat der Iran die Beschränkungen für den gewerblichen Schiffsverkehr verschärft, was die Route faktisch blockiert.

Straße von Hormus bleibt bis Ende Mai gesperrt

Die US-Energieinformationsbehörde (EIA) geht nun davon aus, dass die Meerenge bis Ende Mai faktisch geschlossen bleibt. Dies dürfte zu einem deutlich stärkeren Abbau der weltweiten Ölvorräte führen als bisher prognostiziert. Die Behörde schätzt, dass die globalen Lagerbestände in diesem Jahr um 2,6 Millionen Barrel pro Tag schrumpfen könnten. Für Brent erwartet die EIA im Mai und Juni einen Durchschnittspreis von rund 106 US-Dollar pro Barrel.

Daten des American Petroleum Institute (API), die am Dienstagabend veröffentlicht wurden, untermauern dieses Bild: Die US-Rohölbestände sanken in der Woche zum 8. Mai um 2,188 Millionen Barrel – der vierte wöchentliche Rückgang in Folge. Sinkende Lagerbestände gelten am Ölmarkt in der Regel als preisunterstützendes Signal.

Saudi-Arabien hat als Reaktion auf die Blockade die Nutzung seiner Ost-West-Pipeline ausgeweitet, um die Meerenge zu umgehen. Analysten betonen jedoch, dass alternative Routen die blockierten Exporte aus dem Persischen Golf nicht vollständig ersetzen können. Amin Nasser, CEO von Saudi Aramco, warnte, dass sich der Ölmarkt aufgrund der anhaltenden Störungen möglicherweise erst 2027 vollständig erholen wird.

Trump-Xi-Gipfel als möglicher Wendepunkt

Zusätzliche Unsicherheit bringt der für den 14. und 15. Mai geplante Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping in Peking. Trump soll am Mittwoch in der chinesischen Hauptstadt eintreffen. Für Donnerstag sind bilaterale Treffen und ein Staatsbankett geplant, für Freitag weitere Gespräche. Die Agenda soll den Iran-Konflikt, Handelsspannungen, Zölle und die Energiesicherheit umfassen.

Trump hatte die Aussichten auf einen Waffenstillstand mit dem Iran zuletzt als „am Tropf hängend" bezeichnet und Teherans jüngste Reaktion auf die von den USA unterstützten Friedensvorschläge abgelehnt. Die geopolitische Lage bleibt damit angespannt und hält die Ölmärkte in Alarmbereitschaft.

Inflation und Fed-Politik belasten den Ausblick

Neben den geopolitischen Faktoren verarbeiteten die Märkte auch den am Dienstag veröffentlichten US-Verbraucherpreisindex (CPI). Die Daten zeigten, dass die Inflation stabil geblieben ist – was den geldpolitischen Ausblick der US-Notenbank Federal Reserve verkompliziert. Anleger warten nun auf die Daten zum US-Erzeugerpreisindex (PPI), die im Laufe des Mittwochs erwartet werden.

Längerfristig höhere US-Zinsen könnten das Wachstum der globalen Kraftstoffnachfrage bremsen und damit die angebotsbedingten Preissteigerungen teilweise ausgleichen. Für Anleger bleibt der Ölmarkt damit ein Spannungsfeld zwischen geopolitischen Risiken auf der Angebotsseite und makroökonomischen Bremseffekten auf der Nachfrageseite.

ÖlpreisStraße Von HormusBrent RohölWTITrump Xi JinpingÖlmarktSaudi AramcoEnergiepreise

Meistgelesene News

  1. Frankfurter Erbpacht-Schock: 1.900 Prozent mehr für Hausbesitzer
  2. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage
  3. Warsteiner verliert Motel One und Sauerland-Stern als Kunden
  4. Warsteiner Brauerei kämpft mit Krise und Absatzproblemen
  5. Fed-Zinsentscheidung: Märkte zwischen Inflationsdruck und Stabilisierung

Disclaimer