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OPEC senkt Ölnachfrageprognose nach Hormus-Schock und Produktionsrückgang

Die Sperrung der Straße von Hormus zwingt Golfproduzenten zur Drosselung – OPEC revidiert Nachfragewachstum deutlich nach unten.

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OPEC senkt Ölnachfrageprognose nach Hormus-Schock und Produktionsrückgang

Die OPEC hat ihre Prognose für das weltweite Ölnachfragewachstum im laufenden Jahr spürbar gesenkt. Auslöser ist die nahezu vollständige Sperrung der Straße von Hormus, die die großen Golfproduzenten dazu zwang, ihre Förderung zu drosseln und Exportrouten umzuleiten. Das Kartell erwartet nun ein Nachfragewachstum von 1,17 Millionen Barrel pro Tag für 2026 – nach einer früheren Schätzung von 1,38 Millionen Barrel pro Tag.

Für das kommende Jahr zeigt sich die OPEC hingegen optimistischer: Das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage wird nun mit 1,54 Millionen Barrel pro Tag prognostiziert, gegenüber einer früheren Schätzung von 1,34 Millionen Barrel pro Tag. Die Revision nach oben für das Folgejahr deutet darauf hin, dass das Kartell die aktuellen Störungen als vorübergehend einschätzt.

Produktionsrückgang trifft die gesamte OPEC+-Allianz

Die Rohölförderung der OPEC sank im April um 1,73 Millionen Barrel pro Tag auf insgesamt 18,98 Millionen Barrel pro Tag. Auch die erweiterte OPEC+-Allianz, zu der neben den OPEC-Mitgliedern auch Russland und weitere Förderländer gehören, verzeichnete einen deutlichen Rückgang: Die Produktion fiel um 1,74 Millionen Barrel pro Tag auf 33,19 Millionen Barrel pro Tag.

Den stärksten Rückgang innerhalb der OPEC verzeichnete Saudi-Arabien. Das Königreich leitet zwar einen wachsenden Teil seines Rohöls über den Hafen von Yanbu am Roten Meer um, um die gesperrte Straße von Hormus zu umgehen – dennoch konnte dieser Schritt den Produktionsrückgang nicht vollständig kompensieren. Auch Kuwait und der Irak meldeten erhebliche Einbußen bei der Förderung.

Internationale Prognosen klaffen weit auseinander

Die Einschätzungen der verschiedenen Energiebehörden zur globalen Ölnachfrage unterscheiden sich erheblich. Während die OPEC trotz der Revision noch von einem positiven Nachfragewachstum ausgeht, zeichnen andere Institutionen ein deutlich düstereres Bild.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet für das laufende Jahr sogar einen Rückgang der weltweiten Ölnachfrage um 420.000 Barrel pro Tag. Die US-amerikanische Energy Information Administration (EIA) prognostiziert immerhin noch ein moderates Wachstum von 200.000 Barrel pro Tag – liegt damit aber ebenfalls weit unter den OPEC-Erwartungen.

Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Anteil des global gehandelten Rohöls, vor allem aus den Golfstaaten Saudi-Arabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Irak. Eine Sperrung oder auch nur eine erhebliche Einschränkung des Schiffsverkehrs dort hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und die Ölversorgung weltweit.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher sind die Entwicklungen am Ölmarkt von besonderer Relevanz, da Deutschland stark von Energieimporten abhängig ist. Sinkende Fördermengen und unsichere Lieferwege können sich mittel- bis langfristig auf die Energiepreise auswirken – sowohl an den Tankstellen als auch in der Industrie.

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