USA warnen vor Reisen in den Nahen Osten – Iran blockiert Hormuz
US-Außenministerium warnt vor Reisen in den Nahen Osten – Iran hält Straße von Hormuz geschlossen

Das US-Außenministerium hat eine dringende Reisewarnung für den Nahen Osten herausgegeben. Amerikaner außerhalb der Region sollen Reisen dorthin und durch die Region hindurch „ernsthaft überdenken“. Grund sind die zunehmenden Spannungen mit dem Iran, die nach Einschätzung Washingtons jederzeit eskalieren könnten.
„Dieser militärische Konflikt hat das Potenzial, sich rasch zu eskalieren. Amerikaner außerhalb des Nahen Ostens sollten Reisen in die Region und durch sie hindurch ernsthaft überdenken“, hieß es am späten Samstag in einem Post auf X. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie dessen Verbündeten hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft.
Bereits im Nahen Osten befindliche US-Bürger wurden aufgefordert, „größte Wachsamkeit walten zu lassen und sich potenzieller Flugstreichungen, Luftraumschließungen und Reiseunterbrechungen bewusst zu sein“. Die US-Botschaften in der Region haben zudem separate Sicherheitswarnungen für amerikanische Staatsbürger herausgegeben.
Iran hält an Sperrung der Straße von Hormuz fest
Ein zentraler Punkt der aktuellen Spannungen ist die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öltransport. Der Sprecher des iranischen Parlaments, Mohammad Bagher Ghalibaf, erklärte am Sonntag in einem Telegramm-Post, dass der Kanal zwischen Iran und Oman nicht geöffnet werde, bis alle Bedingungen seines Landes erfüllt seien.
Der ehemalige Sekretär des Obersten Rates für Nationale Sicherheit des Iran, Mohammad Bagher Zolghadr, hatte bereits im vergangenen Monat die Bedingungen für eine Wiedereröffnung genannt. Demnach müsste Washington die Seeblockade und Sanktionen aufheben, US-Militärkräfte aus der Region abziehen, Kriegsschadensersatz zahlen und eingefrorene iranische Vermögenswerte freigeben. Laut Medienberichten forderte der Rat zudem ein Ende der US-Angriffe auf die regionalen Verbündeten Irans.
Die bewaffneten Streitkräfte Irans warnten in einem separaten Social-Media-Post die regionalen Nachbarn, dass eine Ausrichtung an den USA Vergeltungsmaßnahmen seitens Teherans zur Folge hätte. Die Mitteilung fügte hinzu, dass die Regierung Informationen erhalten habe, dass die USA dabei seien, militärische Aktionen gegen den Iran wieder aufzunehmen.
Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien nehmen zu
Parallel zu den diplomatischen Spannungen verschärfen sich auch die militärischen Auseinandersetzungen. Von Iran unterstützte Huthi-Rebellen mit Stützpunkt im Jemen gaben am Samstag an, „sensible“ Ziele in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad mit Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. Die Behauptungen kamen Stunden nachdem Flammen und eine große Rauchwolke in der Nähe des Hauptflughafens der Stadt gesichtet wurden. Lokale Behörden haben bislang keine Ursache genannt.
Die Huthi hatten in den vergangenen Wochen eine blitzartige Bodenoffensive um die Straße von Bab el-Mandeb gestartet – einen strategisch wichtigen Engpass für Öl am Eingang des Roten Meeres. Dabei eroberten sie die Stadt Mokha und nahegelegene Inseln.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump genehmigte vergangene Woche den potenziellen Verkauf von fast 50 F-35-Kampfflugzeugen an Saudi-Arabien im Wert von 24,3 Milliarden Dollar. Dies wird als großer Schub für das Königreich angesehen.
Vermittlungsversuche laufen – Iran wartet auf Antwort Trumps
Trotz der konfrontativen Rhetorik gibt es weiterhin diplomatische Bemühungen. Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Rates für Nationale Sicherheit des Iran, sagte am Samstag gegenüber MS NOW, dass Konsultationen mit katarischen und pakistanischen Vermittlern fortgesetzt würden. Diese hätten die Verhandlungsbedingungen Teherans an die USA übermittelt.
„Wir stehen in Kontakt mit dem katarischen Vermittler; sie haben unsere Bedingungen zur Einstellung des Krieges an Washington weitergeleitet, und wir warten auf die Antwort von Präsident Trump auf diese Bedingungen“, sagte Rezaei. „Unsere Bedingungen sind: Ein Ende des Krieges an allen Fronten, die Freigabe der eingefrorenen Vermögenswerte Irans und die Aufhebung der Seeblockade.“
Trump selbst hatte am Mittwoch erklärt, dass das Land „hoffentlich“ dem Ende seines fast siebenmonatigen Krieges mit Iran entgegengehe.
Ölpreis explodiert – Brent-Rohöl steigt um 72 Prozent
Die anhaltenden Spannungen haben massive Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Brent-Rohöl, der internationale Benchmark, ist seit Jahresbeginn 2026 um 72 Prozent gestiegen. Grund ist die Unterbrechung der Energieversorgung durch die Straße von Hormuz zwischen Iran und Oman, die für den globalen Öltransport von zentraler Bedeutung ist.
Für deutsche Anleger und Unternehmen bedeutet dies eine erhebliche Unsicherheit. Die Abhängigkeit Europas von Ölimporten aus der Region macht die Situation besonders brisant. Sollte sich der Konflikt weiter zuspitzen, könnten die Energiepreise weiter steigen und die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland zusätzlich belasten.
