USA prüfen Einführung einer nationalen Krypto-Reserve
Trumps Dekret setzt auf Evaluierung, Regulierung und mögliche Nutzung beschlagnahmter Kryptowährungen

US-Präsident Donald Trump hat mit einer neuen Executive Order den Grundstein für eine knftig mögliche Krypto-Reserve gelegt. Diese könnte dazu führen, dass die US-Notenbank neben Gold und Fremdwährungen auch Bitcoin als Währungsreserve hält. Nach der Unterzeichnung des Dekrets im Oval Office betonte Trump, dass Kryptowährungen eine hohe Priorität für seine Regierung haben. Bereits im Wahlkampf hatte er den Krypto-Sektor aktiv umworben, was zu einem Kursanstieg von Bitcoin und anderen Digitalwährungen führte.
Die Durchsetzungsverordnung sieht vorerst lediglich eine Evaluierung eines nationalen Krypto-Bestands vor. Innerhalb der nächsten sechs Monate soll eine Arbeitsgruppe neue Leitlinien für die US-Kryptopolitik entwickeln. Neben der Möglichkeit einer Krypto-Reserve umfasst das Dekret auch die Ablehnung von digitalem Zentralbankgeld sowie das Recht auf Selbstverwahrung von Kryptowährungen. Während einige Branchenvertreter Trumps Vorstoß als historischen Schritt feiern, zeigen sich andere skeptisch. Kritiker merken an, dass ohne konkrete Maßnahmen die Euphorie am Markt begrenzt bleiben könnte.
Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Formulierung der Executive Order, in der nicht explizit von einer Bitcoin-Reserve, sondern von einer allgemeinen Krypto-Reserve die Rede ist. Infolge dieser Wortwahl stiegen die Kurse von Altcoins wie Ethereum und Solana stärker als der Bitcoin. Dies hat zu Diskussionen innerhalb der Krypto-Community geführt. Befürworter einer ausschließlichen Bitcoin-Reserve argumentieren, dass Bitcoin als einzige dezentrale Kryptowährung eine Sonderstellung innehabe. In sozialen Netzwerken wurde bereits eine Petition gestartet, die sich für eine reine Bitcoin-Reserve einsetzt.
Ein weiterer Aspekt des Dekrets betrifft die Möglichkeit, dass die US-Regierung Krypto-Reserven aus beschlagnahmten digitalen Vermögenswerten aufbaut. Dies könnte bedeuten, dass die USA nicht aktiv Bitcoin oder andere Kryptowährungen erwerben, sondern bestehende Bestände aus Strafverfolgungsmaßnahmen nutzen. Analysten spekulieren, dass dies den Einfluss einer möglichen Krypto-Reserve auf den Markt reduzieren könnte.
Die Zukunft einer US-amerikanischen Krypto-Reserve bleibt ungewiss. Ein finales Gesetz würde erst nach Abschluss der aktuellen Evaluierung beschlossen. Die Ernennung der republikanischen Senatorin Cynthia Lummis zur Leiterin des neuen US-Senatsausschusses für digitale Vermögenswerte könnte jedoch für Optimismus sorgen. Sie hat bereits einen Gesetzentwurf für den Kauf von einer Million Bitcoin erarbeitet. Experten halten es für möglich, dass der Markt auf eine derartige Entwicklung mit weiteren Kursanstiegen reagieren könnte.
Auch international hat Trumps Krypto-Initiative Diskussionen ausgelöst. In Deutschland brachte FDP-Chef Christian Lindner eine Bitcoin-Reserve für die Europäische Zentralbank und die Bundesbank ins Gespräch. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel zeigte sich jedoch skeptisch und verglich Bitcoin mit den sogenannten Tulpenmanien der Vergangenheit.
