IWF senkt Prognose für Deutschlands Wirtschaftswachstum
Globale Stabilität bleibt, doch Protektionismus könnte Handel und Investitionen belasten

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland erneut nach unten korrigiert. Demnach soll die Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik in diesem Jahr lediglich um 0,3 Prozent steigen. Dies entspricht einer Absenkung um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zur Prognose vom Oktober. Auch für das kommende Jahr zeigt sich der IWF pessimistischer als zuvor und erwartet ein Wachstum von 1,1 Prozent, was eine Reduzierung um 0,3 Prozentpunkte bedeutet.
Damit bleibt Deutschland das Land mit dem schwächsten Wachstum unter den führenden G7-Industriestaaten. Die Prognosen für die Weltwirtschaft fallen dagegen stabiler aus. Laut dem aktualisierten Bericht des IWF wird die globale Wirtschaft in diesem Jahr um 3,3 Prozent wachsen, was einer leichten Anhebung um 0,1 Prozentpunkte entspricht. Für das Jahr 2026 wird ebenfalls ein Wachstum von 3,3 Prozent erwartet. Der Bericht betont, dass die Weltwirtschaft insgesamt stabil bleibt, auch wenn es zwischen einzelnen Ländern erhebliche Unterschiede gibt. Trotz der Stabilität liege das Wachstum unter dem Durchschnitt der ersten zwanzig Jahre dieses Jahrhunderts.
Der IWF warnt zudem vor den Auswirkungen einer zunehmenden protektionistischen Politik. Eine neue Welle von Zöllen könnte laut Einschätzung des Fonds Handelskonflikte verschärfen, Investitionen reduzieren und Lieferketten stören. Besonders im Fokus stehen dabei die USA, wo der künftige Präsident Donald Trump weitreichende Importzölle gegen China, Kanada und Mexiko angekündigt hat. Auch andere Länder könnten von Strafmaßnahmen betroffen sein. Der IWF weist darauf hin, dass solche Maßnahmen erhebliche Auswirkungen auf die internationalen Handelsströme haben könnten.
Für die Vereinigten Staaten prognostiziert der IWF unterdessen ein deutlich stärkeres Wachstum als bisher erwartet. Unter der neuen US-Regierung soll die Wirtschaft 2025 um 2,7 Prozent wachsen. Einen ausführlichen Ausblick will der Internationale Währungsfonds im April veröffentlichen.
