UBS Top-Picks: Diese drei europäischen Versorger überzeugen jetzt
UBS hat Engie, RWE und Veolia als Top-Picks im europäischen Versorgersektor identifiziert.

Die Schweizer Großbank UBS hat drei europäische Versorgungsunternehmen als ihre Top-Picks im Sektor identifiziert. Die Auswahl fiel auf Engie, RWE und Veolia. Die Analysten heben dabei die strategische Positionierung der Unternehmen in den Bereichen erneuerbare Energien, Infrastrukturinvestitionen und Umweltleistungen hervor. Die Empfehlungen stammen aus dem aktuellen „Equity Compass“-Bericht von UBS, der Unternehmen auf Basis makroökonomischer, struktureller und unternehmensspezifischer Fundamentaldaten bewertet.
Die Auswahl unterstreicht laut UBS Unternehmen mit starken Wachstumsdynamiken, defensiven Merkmalen und attraktiven Bewertungen im Vergleich zu ihren Peer-Unternehmen. Die Analyse steht im Einklang mit transformativen Innovationschancen im Bereich Strom und Ressourcen, die nach Einschätzung der Bank die Märkte im kommenden Jahrzehnt antreiben werden.
Engie setzt auf massiven Ausbau erneuerbarer Energien
Das in Frankreich ansässige integrierte globale Versorgungsunternehmen Engie ist in 30 Ländern tätig und verfügt über eine erhebliche Exposition gegenüber französischen Gasnetzen. Aktuell betreibt der Konzern 103 Gigawatt (GW) an erneuerbarer und flexibler Stromkapazität. Engie hat sich verpflichtet, zwischen 2026 und 2028 Wachstumsinvestitionen in Höhe von 34 bis 38 Milliarden Euro zu tätigen. Rund 90 Prozent dieser Investitionen sind für erneuerbare Energien, Batterien und Infrastruktur vorgesehen.
Konkret strebt Engie an, die Kapazitäten für erneuerbare Energien und Speicher von 57 GW im Jahr 2025 bis 2030 auf 95 GW auszubauen. Im Mai 2026 schloss das Unternehmen zudem die Übernahme von UK Power Networks für einen Unternehmenswert von 15,8 Milliarden Britischen Pfund ab. Bis 2028 will Engie zwei Drittel des operativen Ergebnisses (EBIT) aus regulierten Geschäften und langfristigen Vertragsgeschäften generieren.
UBS weist darauf hin, dass die Engie-Aktie im Vergleich zu den Peers mit einem erheblichen Rabatt gehandelt wird. Dies spiegelt sich in attraktiven Kurs-Gewinn-Verhältnissen und Dividendenrenditen wider. Die Dividendenpolitik des französischen Konzerns sieht eine Ausschüttungsquote von 65 bis 75 Prozent vor, bei einer Mindestdividende von 1,10 Euro pro Aktie.
RWE: Investitionsprogramm und Aktienrückkauf
Das deutsche Versorgungsunternehmen RWE hat sich nach Einschätzung der UBS-Analysten zu einem der weltweit führenden Entwickler erneuerbarer Energien entwickelt. Der Konzern plant, von 2025 bis 2030 Investitionen in Höhe von 35 Milliarden Euro zu tätigen. Der Fokus liegt dabei auf Offshore-Wind, Onshore-Wind, Solarenergie, Batterien, flexibler Erzeugung und Wasserstoff.
Derzeit hat RWE 12,5 GW Kapazität im Bau. Dies sollte das Portfolio für erneuerbare Energien und flexible Erzeugung von rund 38 GW auf 50 GW erhöhen. Das Unternehmen strebt zudem eine jährliche kumulierte EPS-Wachstumsrate von 18 Prozent für 2025–27 und von 12 Prozent für 2026–31 an.
Im November 2024 kündigte RWE Pläne zum Rückkauf eigener Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Euro bis zum zweiten Quartal 2026 an. Dies entspricht etwa 6 bis 7 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung des Unternehmens.
Veolia: Umweltdienstleister mit Wachstumsambitionen
Das francösische Umweltleistungsunternehmen Veolia ist in den Geschäftsbereichen Wasser, Abfall und Energie tätig. Im Jahr 2025 versorgte Veolia 110 Millionen Menschen mit Trinkwasser und 97 Millionen mit Abwasserentsorgungsdienstleistungen. Zudem erzeugte der Konzern 45 Terawattstunden Energie und behandelte 64 Millionen metrische Tonnen Abfall.
Das Management strebt ein jährliches organisches EBITDA-Wachstum von rund 5 bis 6 Prozent an. Bis 2027 soll das EBITDA auf rund 8 Milliarden Euro ansteigen. UBS weist darauf hin, dass die Veolia-Aktie nahe dem unteren Ende ihrer historischen Bewertungsbandbreite gehandelt wird.
Die Empfehlungen der UBS kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der europäische Versorgungssektor vor einem grundlegenden Wandel steht. Die Transformation hin zu erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Infrastrukturinvestitionen bieten den genannten Unternehmen nach Einschätzung der Analysten erhebliches Potenzial. Anleger sollten dabei jedoch die spezifischen Risiken der einzelnen Geschäftsmodelle im Blick behalten, insbesondere die hohen Kapitalanforderungen und regulatorischen Rahmenbedingungen.
