Fed verlässt internationales Klimanetzwerk
Auswirkungen auf Banken und politische Hintergründe des Rückzugs

Die US-Notenbank Federal Reserve hat kurz vor dem Amtsantritt von Donald Trump das internationale Klimanetzwerk Network for the Greening of the Financial System (NGFS) verlassen. Der amtierende Fed-Chef Jerome Powell begründete den Schritt damit, dass das Netzwerk mittlerweile ein breiteres Themenspektrum abdecke, das nicht mehr in den Aufgabenbereich der Notenbank falle. Mit diesem Austritt setzt sich eine Entwicklung fort, bei der sich immer mehr Finanzinstitute von Klimabündnissen zurückziehen.
Sabine Mauderer, Vizepräsidentin der Bundesbank und Vorsitzende des NGFS, bedauerte die Entscheidung der Fed, betonte jedoch, dass ehemalige Mitglieder jederzeit willkommen seien. Experten sehen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Austritt und der bevorstehenden Amtsübernahme von Donald Trump. Der designierte Präsident könnte als eine seiner ersten Maßnahmen Umweltauflagen für Unternehmen lockern. Bereits in der Vergangenheit hatten Politiker der Republikanischen Partei die Klimaagenda von Banken und Finanzaufsichtsbehörden kritisiert.
Graham Steele, ein früherer Beamter des US-Finanzministeriums unter der Biden-Regierung, bezeichnete den Schritt der Fed als politisch motiviert. Seiner Einschätzung nach handelt es sich um eine Reaktion auf kurzfristige politische Erwägungen. Berichten zufolge erwägt auch die US-Versicherungsaufsicht FDIC, das NGFS zu verlassen. Der Rückzug der Fed reiht sich in eine Serie von Austritten aus Klimainitiativen ein. Bereits zuvor hatten sich sämtliche US-Großbanken aus der Net-Zero Banking Alliance (NZBA) zurückgezogen. Goldman Sachs machte im Dezember den Anfang, gefolgt von Morgan Stanley, Wells Fargo, Bank of America, Citigroup und JP Morgan Chase.
Neben den US-Instituten haben sich nun auch kanadische Banken aus Klimabündnissen verabschiedet. Vier der größten Banken Kanadas, darunter die Canadian Imperial Bank of Commerce, die Toronto-Dominion Bank, die Bank of Montreal und die National Bank of Canada, gaben ihren Austritt aus der NZBA bekannt. Laut einem Bericht der „Financial Times“ ziehen auch europäische Banken einen solchen Schritt in Betracht. Konkrete Namen wurden bislang jedoch nicht genannt.
Auch das Klimabündnis der Vermögensverwalter, die Net Zero Asset Managers Initiative (NZAM), steht unter Druck. Die Organisation kündigte an, ihre Klimaaktivitäten vorerst weniger streng zu überwachen. Dieser Schritt folgte auf den Austritt von Blackrock, dem weltweit größten Vermögensverwalter, aus der Initiative.
