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US-Richter kippt Anti-DEI-Förderpolitik des Bildungsministeriums

Bundesrichter erklärt Streichung von 600 Mio. Dollar DEI-Fördermitteln für willkürlich und nichtig.

2 Min
US-Richter kippt Anti-DEI-Förderpolitik des Bildungsministeriums

Ein Bundesrichter in Boston hat eine umstrittene Richtlinie des US-Bildungsministeriums für nichtig erklärt, die unter Präsident Donald Trump eingeführt worden war und die Streichung von Fördermitteln für Diversity-, Equity- und Inclusion-Programme (DEI) vorsah. Die Entscheidung von Richterin Angel Kelley vom Donnerstag gibt acht von Demokraten geführten Bundesstaaten recht, die gegen die Kürzung von über 600 Millionen Dollar an Zuschüssen für die Lehrerausbildung geklagt hatten.

Die Richtlinie war im Februar 2025 vom Bildungsministerium erlassen worden. Damals hatte die Behörde angekündigt, mehr als 600 Millionen Dollar an Zuschüssen zu streichen, da diese angeblich zur Schulung von Lehrkräften und Bildungsbehörden in „spaltenden Ideologien“ verwendet worden seien – darunter DEI und soziale Gerechtigkeitsaktivismus. Die betroffenen Mittel stammten aus den Programmen „Teacher Quality Partnership“ und „Supporting Effective Educator Development“, die eigentlich der Vorbereitung von Lehrkräften für den K-12-Bereich dienen.

Richterin kritisiert fehlende Kriterien

In ihrem Urteil kritisierte Richterin Kelley die Richtlinie scharf. Sie stellte fest, dass das Ministerium keine erkennbaren Kriterien dafür vorgelegt habe, welche Programme als „DEI“ eingestuft und somit bei der Fördermittelvergabe benachteiligt würden. Zudem habe die Behörde nicht berücksichtigt, welche Auswirkungen die Streichung der Zuschüsse auf diejenigen hätte, die auf diese Finanzmittel angewiesen seien.

„Die Direktive erkennt nicht an, dass Tausende von Lehrkräften sowie Lehramtsstudierende betroffen sein würden, was die Karrieren dringend benötigter Pädagogen auf den Kopf stellen würde“, schrieb Kelley in ihrer Urteilsbegründung. Die von dem demokratischen Präsidenten Joe Biden ernannte Richterin kam zu dem Schluss, dass die Maßnahme willkürlich und skurril gewesen sei und gegen das Verwaltungsverfahrensgesetz (Administrative Procedure Act) verstoße.

Hintergrund des Rechtsstreits

Die acht Bundesstaaten – angeführt von Kalifornien, Massachusetts und New Jersey – hatten Klage erhoben, nachdem das Bildungsministerium die Streichung der Zuschüsse bekannt gegeben hatte. Über 90 Prozent der durch die beiden Programme gewährten Fördermittel waren infolge der DEI-Richtlinie gekürzt worden. Insgesamt wurden 109 Zuschüsse gestrichen, darunter 40, die an Universitäten und andere Einrichtungen in den klagenden Bundesstaaten vergeben worden waren.

Der Rechtsstreit hatte bereits mehrere Wendungen genommen. Ursprünglich hatte ein anderer Richter die Wiedereinsetzung der Zuschüsse angeordnet. Der konservative Mehrheits-Oberste Gerichtshof der USA (6:3) setzte diese Anordnung im April 2025 jedoch aus und erlaubte der Verwaltung, mit der Streichung der Mittel fortzufahren.

Weitere rechtliche Schritte erforderlich

Richterin Kelley erklärte, dass alle Klagen, die darauf abzielen, bereits verlorene Gelder zurückzugewinnen, nun vor einem anderen, spezialisierten Gericht verhandelt werden müssten – dem Court of Federal Claims. Sie betonte jedoch, dass sie sich das Recht vorbehalte, über die grundsätzliche Frage zu entscheiden, ob die ursprüngliche Anweisung des Ministeriums vom Februar 2025 mit dem Verwaltungsverfahrensgesetz vereinbar war. Dies verneinte sie eindeutig.

Das Bildungsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme. Die Entscheidung stellt einen bedeutenden Rückschlag für die Bemühungen der Trump-Administration dar, DEI-Initiativen im Bildungsbereich zurückzudrängen. Für die betroffenen Hochschulen und Lehrerbildungseinrichtungen bleibt die finanzielle Unsicherheit jedoch bestehen, da der Weg zur Rückgewinnung der gestrichenen Mittel nun über ein weiteres Gericht führt.

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