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VW fliegt aus dem EuroStoxx 50: Was Anleger wissen müssen

VW fliegt aus dem EuroStoxx 50 – was Anleger jetzt wissen müssen.

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VW fliegt aus dem EuroStoxx 50: Was Anleger wissen müssen

Volkswagen verliert einen prestigeträchtigen Platz im europäischen Börsenbarometer. Der Autokonzern wird nach Börsenschluss am Freitag aus dem EuroStoxx 50 gestrichen. Ab Montag ist die VW-Aktie nicht mehr in dem Index vertreten, der die 50 größten börsennotierten Unternehmen des Euroraums umfasst. Der Indexanbieter ISS Stoxx hatte den Rauswurf bereits Anfang September angekündigt.

Warum VW den Index verlassen muss

Die Zusammensetzung des EuroStoxx 50 richtet sich vor allem nach der frei handelbaren Marktkapitalisierung der Unternehmen. Und hier hat Volkswagen massiv an Boden verloren. Die Aktie des Wolfsburger Konzerns steht seit Jahresbeginn mit rund 22 Prozent im Minus. Auf fünf Jahre gerechnet summiert sich der Verlust sogar auf fast 60 Prozent. Damit ist VW im Ranking der größten europäischen Börsenkonzerne deutlich zurückgefallen.

Neben Volkswagen muss auch der niederländische Informationsdienstleister Wolters Kluwer den Index verlassen. Neu aufgenommen werden der französische Energiekonzern Engie und der finnische Netzwerkausrüster Nokia. Der Rauswurf ist ein weiteres Signal für die tiefgreifende Krise, in der sich Europas größter Autobauer derzeit befindet.

Was der Rauswurf für Anleger bedeutet

Für das operative Geschäft von Volkswagen hat die Index-Zugehörigkeit keine direkten Folgen. Dennoch ist die Notierung im EuroStoxx 50 ein wichtiges Prestigemerkmal. Sie sorgt für Sichtbarkeit bei internationalen Investoren und institutionellen Anlegern, die ihre Portfolios an den großen Indizes ausrichten.

Besonders relevant ist der Rauswurf für Indexfonds (ETFs), die den EuroStoxx 50 eins zu eins abbilden. Diese Fonds müssen ihre Bestände umschichten und die VW-Aktie verkaufen. Das kann kurzfristig zusätzlichen Druck auf den Aktienkurs ausüben. Langfristige Kursfolgen sind von Indexänderungen in der Regel jedoch nicht zu erwarten.

Volkswagen zeigt sich zuversichtlich

Der Konzern selbst gibt sich gelassen. Ein Sprecher von Volkswagen betonte, die Zugehörigkeit zu einem Index ändere nichts an der fundamentalen Stärke des Unternehmens. Man sei überzeugt, mit dem einzigartigen Portfolio aus starken Marken, ikonischen Produkten und der Ausschüttungspolitik für Anleger weiterhin ein attraktives Investment zu sein.

Mit dem Anfang September beschlossenen Zukunftsplan will Volkswagen gegensteuern. Die Maßnahmen umfassen Kostensenkungen, eine Vereinfachung der Strukturen und das Ziel, profitabler zu werden. Bis 2030 soll die operative Umsatzrendite auf acht bis zehn Prozent steigen.

Der Sprecher zeigte sich zuversichtlich, dass die schnelle Umsetzung der Maßnahmen und die nachhaltige Verbesserung der finanziellen Performance sich auch positiv auf die Volkswagen-Aktie auswirken werden. "Darauf arbeiten wir hin", so der Sprecher. Mittelfristig strebe man die Rückkehr in den Index an.

Für Privatanleger bleibt die Frage, ob sich der Einstieg bei VW angesichts der Krise lohnt. Der Rauswurf aus dem EuroStoxx 50 ist zunächst ein weiterer Dämpfer. Doch die Bewertung der Aktie ist nach den massiven Kursverlusten der vergangenen Jahre historisch niedrig. Ob die eingeleiteten Sparmaßnahmen greifen und der Konzern tatsächlich wieder in die Erfolgsspur zurückfindet, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen müssen.

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