US-Notenbank belässt Leitzins trotz Forderungen Trumps
Trump forderte zuletzt eine Zinssenkung um einen vollen Prozentpunkt

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat ihren Leitzins erneut unverändert in der Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent belassen. Das teilte die Zentralbank am Mittwochabend nach ihrer turnusmäßigen Sitzung mit. Damit widersetzten sich die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell zum vierten Mal in Folge den Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach einer Zinssenkung.
Trump hatte die Fed und ihren Vorsitzenden wiederholt öffentlich kritisiert. Wenige Stunden vor der Zinsentscheidung bezeichnete der Präsident Powell als „dummen Menschen“ und überlegte öffentlich, ob er sich selbst zum Chef der Notenbank ernennen sollte. Die Entscheidung der Fed war an den Finanzmärkten erwartet worden.
Trump forderte zuletzt eine Zinssenkung um einen vollen Prozentpunkt. Er begründete dies mit der seiner Ansicht nach niedrigen Inflation und dem Wunsch, die Wirtschaft durch günstigere Kreditbedingungen zu stärken. Im Mai lag die Inflationsrate bei 2,4 Prozent und damit unter den Erwartungen. Auswirkungen der jüngsten oder angekündigten Zollerhöhungen auf die Teuerung sind laut diesen Zahlen bislang nicht erkennbar.
Die Fed verwies bei ihrer Entscheidung auf fortbestehende Risiken für die Preisstabilität. Sie hob ihre Inflationserwartung für das laufende Jahr auf 3,0 Prozent an, nachdem im März noch mit 2,7 Prozent gerechnet worden war. Gleichzeitig senkte sie die Wachstumsprognose von 1,7 auf 1,4 Prozent. Die Unsicherheit im Ausblick bleibe hoch, so die Fed.
Trotz der beibehaltenen Leitzinsspanne hält die Notenbank an der bisherigen geldpolitischen Linie fest. Die Mehrheit der Notenbanker geht weiter von zwei Zinssenkungen im laufenden Jahr aus. Beobachter an den Finanzmärkten rechnen nun mit einer ersten Senkung bei der übernächsten Sitzung im September.
