US-Konzerne unter Druck durch Trumps Zollpolitik
Gewinnwarnungen, Umsatzrückgänge und erste Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung

Die wirtschaftliche Lage in den USA hat sich zu Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump spürbar verschlechtert. Unternehmen, die einst auf wirtschaftliche Impulse durch eine unternehmensfreundliche Politik gehofft hatten, sehen sich nun mit zunehmender Unsicherheit konfrontiert. Besonders betroffen sind große Konzerne, darunter General Motors (GM), Harley-Davidson und McDonald's, die bei der Vorlage ihrer aktuellen Geschäftszahlen deutliche Auswirkungen der neuen Zollpolitik beklagten.
General Motors musste seine Gewinnprognose deutlich nach unten korrigieren. Das Unternehmen aus Detroit erwartet nun für das laufende Jahr nur noch einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern zwischen zehn und 12,5 Milliarden Dollar. Zuvor war GM von 13,7 bis 15,7 Milliarden Dollar ausgegangen. Als Hauptgrund nannte der Autobauer die Zusatzkosten in Höhe von vier bis fünf Milliarden Dollar, die durch die Einführung neuer Importzölle entstanden seien. Seit Anfang April gilt ein 25-prozentiger Sonderzoll auf importierte Fahrzeuge, ab Mai sollen auch Autoteile betroffen sein.
Auch Harley-Davidson reagierte auf die wirtschaftliche Lage mit Zurückhaltung. Das Unternehmen setzte seine Jahresprognose aus und verwies auf die unsicheren globalen Tarifbedingungen sowie schwierige makroökonomische Rahmenbedingungen. Bereits im Februar hatte Harley-Davidson mit einem stagnierenden oder rückläufigen Gewinn gerechnet. Nun sollen Maßnahmen wie Kostenreduktionen, der Abbau von Lagerbeständen und die Verringerung von Risiken in den Lieferketten helfen, den Herausforderungen zu begegnen.
McDonald's verzeichnete im ersten Quartal einen unerwarteten Umsatzrückgang. Die Stimmung unter den Konsumenten sei schlechter als erwartet, erklärte Unternehmenschef Chris Kempczinski. Weltweit sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um ein Prozent, in den USA sogar um 3,6 Prozent. Der Konzern sprach von einem äußerst schwierigen Marktumfeld. Auch andere Gastronomieketten wie Domino's Pizza, Chipotle und Starbucks hatten zuvor über eine zurückhaltendere Konsumlaune der US-Verbraucher berichtet.
Die wirtschaftliche Schwäche zeigt sich auch auf gesamtwirtschaftlicher Ebene. Die US-Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal überraschend mit einer Jahresrate von 0,3 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auf 241.000 und lagen damit deutlich über den Erwartungen. Die Entwicklung gilt als Hinweis auf eine mögliche Abschwächung des Arbeitsmarktes.
