US-Futures fallen, Ölpreis steigt wegen Iran-Spannungen
Eskalation im Nahen Osten belastet die Märkte: Brent-Öl springt um 5,5 Prozent, S&P-500-Futures geben nach.

Der Ölpreis hat am Montag deutlich zugelegt, während US-Aktienindex-Futures nachgaben. Auslöser war eine erneute Eskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran am Wochenende, die den Optimismus über eine Entspannung im Nahen Osten jäh dämpfte.
Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 5,5 Prozent auf 95,33 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund ist eine Reihe von Zwischenfällen: Die US-Marine hatte während eines unruhigen Wochenendes ein iranisches Schiff festgesetzt. Zuvor hatte der Iran das Feuer auf Schiffe eröffnet und erneut Kontrollen in der Straße von Hormus eingeführt.
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie wird ein erheblicher Teil des globalen Ölhandels abgewickelt, weshalb jede Störung dort unmittelbare Auswirkungen auf die Energiemärkte hat. Noch kurz zuvor hatte Teheran erklärt, die lebenswichtige Wasserstraße sei „vollständig geöffnet" – eine Aussage, die nun durch die neuerlichen Ereignisse konterkariert wurde.
Aktienmärkte unter Druck
Die Futures auf den S&P 500 fielen um 0,7 Prozent. Der US-Leitindex hatte am Freitag noch auf einem Rekordhoch geschlossen – getragen von der damaligen Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten. Die neuen Entwicklungen am Wochenende haben diese Stimmung nun merklich eingetrübt.
Auch für europäische Aktienmärkte deuteten die Terminkontrakte auf einen schwächeren Handelsstart hin. Die Kontrakte signalisierten ein Minus von rund 1,4 Prozent für europäische Aktien. Anleger reagierten damit auf die gestiegene geopolitische Unsicherheit, die traditionell als Belastungsfaktor für risikobehaftete Anlagen gilt.
Geopolitik als Markttreiber
Die Ereignisse verdeutlichen, wie sensibel die Finanzmärkte auf Entwicklungen im Nahen Osten reagieren. Insbesondere der Ölpreis fungiert als unmittelbarer Gradmesser für geopolitische Risiken in der Region. Ein anhaltend hoher Ölpreis könnte zudem Inflationssorgen neu entfachen und die Erwartungen an die Geldpolitik der großen Notenbanken beeinflussen.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung gleich doppelt relevant: Zum einen verteuern steigende Ölpreise Energie und damit potenziell die Inflation im Euroraum. Zum anderen spiegeln die erwarteten Verluste bei europäischen Aktien die allgemeine Risikoaversion wider, die in solchen geopolitischen Phasen typischerweise die Märkte erfasst. Investoren dürften in den kommenden Tagen die weiteren Entwicklungen im Konflikt zwischen Washington und Teheran genau beobachten.
