US-Eltern droht Verlust günstiger Studienkredit-Rückzahlung ab Juli 2026
Neue Regelung unter Trump-Gesetz streicht einkommensabhängige Rückzahlungspläne – Konsolidierung bis März empfohlen

Amerikanische Eltern, die Studienkredite für ihre Kinder aufgenommen haben, müssen bis Ende März handeln, um sich günstige Rückzahlungsoptionen zu sichern. Ab Juli 2026 verlieren Inhaber von Parent-PLUS-Krediten den Zugang zu einkommensabhängigen Rückzahlungsplänen, warnen Verbraucherschützer.
Die Änderung geht auf den "One Big Beautiful Bill Act" von Präsident Donald Trump zurück. Etwa 3,6 Millionen Amerikaner halten Parent-PLUS-Kredite mit einem Gesamtvolumen von über 116 Milliarden Dollar. Der durchschnittliche Kreditbetrag liegt bei rund 32.000 Dollar pro Elternteil.
Das Parent-PLUS-Programm ermöglicht es Eltern, im Namen ihrer studierenden Kinder Bundesstudienbeihilfen aufzunehmen. Bisher konnten diese Kredite über einkommensabhängige Rückzahlungspläne (Income-Driven Repayment, IDR) bedient werden, die die monatlichen Raten am verfügbaren Einkommen orientieren und nach einer bestimmten Laufzeit einen Schuldenerlass vorsehen.
Neue Standard-Rückzahlung mit längeren Laufzeiten
Ab dem 1. Juli haben Parent-PLUS-Kreditnehmer nur noch eine Option: den neuen Standard-Rückzahlungsplan. Die Rückzahlungsdauer richtet sich dabei nach der Höhe der Schulden. Kredite bis 24.999 Dollar müssen innerhalb von 10 Jahren zurückgezahlt werden. Bei Beträgen zwischen 25.000 und 49.999 Dollar verlängert sich die Frist auf 15 Jahre.
Schulden zwischen 50.000 und 99.999 Dollar werden über 20 Jahre gestreckt, während Kredite ab 100.000 Dollar eine Laufzeit von 25 Jahren haben. Durch die längeren Rückzahlungszeiträume fallen deutlich höhere Zinszahlungen an – eine zusätzliche Belastung für Eltern, die oft ihre eigene finanzielle Zukunft riskieren.
Konsolidierung als Ausweg bis Ende März
Experten empfehlen betroffenen Eltern dringend, ihre Parent-PLUS-Kredite bis spätestens 31. März 2026 in einen "Direct Consolidation Loan" umzuschulden. Der Konsolidierungsprozess dauert typischerweise vier bis sechs Wochen und kann über Studentaid.gov beantragt werden.
Während des Antragsverfahrens müssen Kreditnehmer den Income-Contingent Repayment Plan wählen und mindestens eine Zahlung in diesem Programm leisten. Danach können sie zum günstigeren Income-Based Repayment Plan wechseln, der in der Regel die niedrigsten monatlichen Raten bietet.
Wer bereits konsolidiert hat, verfügt über einen Direct Consolidation Loan und behält damit die Flexibilität bei der Rückzahlungswahl. Auch Eltern mit Krediten im Verzug können durch eine Konsolidierung wieder einen ordnungsgemäßen Status erreichen und sich den Zugang zu IDR-Plänen sichern.
Neue Kreditobergrenzen ab 2026
Für Eltern, deren Kinder derzeit studieren, verschärft sich die Situation zusätzlich. Ab dem 1. Juli 2026 gilt eine jährliche Kreditobergrenze von 20.000 Dollar und eine lebenslange Gesamtobergrenze von 65.000 Dollar. Bisher konnten Eltern bis zur Höhe der Studienkosten abzüglich anderer Beihilfen Kredite aufnehmen – ohne Gesamtlimit.
Neue Parent-PLUS-Kredite, die am oder nach dem 1. Juli 2026 aufgenommen werden, haben keinen Zugang mehr zu einkommensabhängigen Rückzahlungsplänen. Eine nachträgliche Konsolidierung hilft dann nicht mehr.
Verbraucherschützer appellieren an betroffene Familien, die verbleibende Zeit zu nutzen. "Eltern riskieren oft ihre eigene finanzielle Sicherheit für die Ausbildung ihrer Kinder", warnt Expertin Boyd. Die Beschränkung auf eine einzige Rückzahlungsoption könne dieses Problem erheblich verschärfen.
