Kuba sagt Zigarrenfestival ab: US-Ölblockade verschärft Wirtschaftskrise
Havanna streicht traditionelles Event - Trump-Sanktionen schneiden Inselstaat von venezolanischem Öl ab

Das renommierte Zigarrenfestival in Havanna, das Ende Februar über fünf Tage hätte stattfinden sollen, wurde auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Veranstalter Habanos S.A. begründete die Absage am Samstag damit, man wolle "die höchsten Standards an Qualität, Exzellenz und Erfahrung bewahren". Ein neuer Termin wurde nicht genannt.
Die Verschiebung ist ein deutliches Zeichen für die sich verschärfende Wirtschaftskrise auf der kommunistisch regierten Karibikinsel. Experten sprechen von der größten Bewährungsprobe seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Das Festival lockte in der Vergangenheit mehr als 1.000 Gäste aus rund 80 Ländern an, die an Auktionen teilnahmen und Tabakplantagen besichtigten.
Trotz der aktuellen Krise bleiben kubanische Premium-Zigarren ein Hoffnungsträger für die gebeutelte Wirtschaft. Habanos S.A., das staatliche Monopolunternehmen für den weltweiten Verkauf kubanischer Zigarren, meldete für 2024 einen Rekordumsatz von 827 Millionen Dollar - ein Plus von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die handgerollten Zigarren gelten als eines der wichtigsten Exportgüter der Insel und als bedeutende Devisenquelle.
US-Sanktionspolitik verschärft Energiekrise
Der eigentliche Grund für die Absage liegt tiefer: Kuba leidet unter einem schweren Treibstoffmangel. Die Trump-Regierung hat den Inselstaat faktisch vom venezolanischen Öl abgeschnitten, seit sie am 3. Januar eine Militäroperation zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eingeleitet hat.
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die kubanische Regierung seither als "ungewöhnliche und außerordentliche Bedrohung" und drohte mit Zöllen gegen jedes Land, das Kuba mit Öl beliefert. Diese Blockadepolitik trifft die ohnehin schwache kubanische Wirtschaft hart.
Die Regierung in Havanna hat bereits Notmaßnahmen ergriffen, um die Grundversorgung zu sichern und Treibstoffvorräte für Schlüsselsektoren zu rationieren. Die Vereinten Nationen warnten Anfang Februar vor einem möglichen humanitären "Zusammenbruch" aufgrund der schwindenden Ölvorräte.
Jahrzehntelanges US-Embargo bleibt bestehen
Für deutsche Zigarrenliebhaber bleiben kubanische Premium-Zigarren weiterhin legal erhältlich - anders als in den USA, wo sie aufgrund des jahrzehntealten Handelsembargos verboten sind. Das Embargo besteht seit den 1960er Jahren und wurde unter verschiedenen US-Regierungen mal gelockert, mal verschärft.
