US-Anleiherenditen drücken Goldpreise in Feiertagswoche
Hohe Renditen und starker Dollar belasten Edelmetalle trotz langfristiger Aufwärtserwartungen

Die Goldpreise sind am Freitag aufgrund hoher US-Staatsanleiherenditen gesunken, die die Attraktivität von renditelosem Gold in einer durch die Feiertage dünn besetzten Handelswoche schmälerten. Im Fokus der Märkte standen die bevorstehende Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus und die möglichen Auswirkungen seiner inflationsfördernden Politik auf die Prognosen der US-Notenbank (Fed) für das Jahr 2025.
Der Spotpreis für Gold fiel um 0,6 % auf 2.619,33 US-Dollar pro Unze, während die US-Goldfutures um 0,8 % auf 2.631,90 US-Dollar sanken. Insgesamt verzeichnete Gold in der vergangenen Woche einen Rückgang von 0,1 %. Die Renditen der US-Staatsanleihen, insbesondere die zehnjährigen, bewegten sich nahe ihres Höchststandes seit dem 2. Mai, was den Druck auf den Goldpreis verstärkte. Gleichzeitig legte der US-Dollar-Index die vierte Woche in Folge zu, was Gold für Investoren in anderen Währungen weniger attraktiv machte.
Trotz dieser Entwicklungen hat Gold im Laufe des Jahres 2024 eine beeindruckende Rally hingelegt und ist um 28 % gestiegen. Am 31. Oktober erreichte der Goldpreis mit 2.790,15 US-Dollar ein Rekordhoch. Die Kursgewinne wurden vor allem durch die Zinssenkungspolitik der Federal Reserve und anhaltende geopolitische Spannungen getrieben. Analysten bleiben optimistisch für das Jahr 2025, auch wenn die Fed nun weniger Zinssenkungen plant. Sie erwarten, dass geopolitische Unsicherheiten weiterhin bestehen, Zentralbanken ihre Goldkäufe fortsetzen und politische Ungewissheiten durch Trumps Wiederwahl zunehmen werden.
Experten gehen davon aus, dass Trumps protektionistische Handelspolitik und mögliche neue Handelskonflikte die Attraktivität von Gold als sicheren Hafen stärken könnten. Laut Bob Haberkorn, Senior-Marktstratege bei RJO Futures, könnte der Goldpreis im nächsten Jahr die Marke von 3.000 US-Dollar überschreiten, wenn der aktuelle Trend anhält. Insbesondere die Goldkäufe der Zentralbanken dürften hierbei eine Schlüsselrolle spielen.
Gold gilt traditionell als bevorzugte Anlage in Zeiten wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten und profitiert von einem Umfeld niedriger Zinssätze. Andere Edelmetalle wie Silber, Platin und Palladium verzeichneten am Freitag ebenfalls Rückgänge. Der Spotpreis für Silber fiel um 1,3 % auf 29,41 US-Dollar pro Unze, Platin sank um 2,1 % auf 916,30 US-Dollar, und Palladium verlor 1,2 % und notierte bei 913,71 US-Dollar.
