Goldpreise steigen trotz restriktiver Zinspolitik
Schwächerer Dollar und sinkende Renditen stützen Edelmetalle im aktuellen Marktumfeld

Die Goldpreise stiegen am Freitag an, gestützt durch einen schwächeren US-Dollar und sinkende Renditen für Staatsanleihen. Der Anstieg erfolgte trotz einer weiterhin restriktiven Zinspolitik der US-Notenbank, die das Edelmetall auf einen wöchentlichen Verlustkurs brachte. Spot-Gold legte um 1,2 % auf 2.624,15 USD pro Unze zu, während die US-Gold-Futures um 1,4 % auf 2.645,10 USD schlossen.
Die jüngsten Daten zu den persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den USA, die einen Rückgang der monatlichen Inflationsrate im November zeigten, trugen maßgeblich zu diesem Preisanstieg bei. Der PCE-Preisindex stieg im vergangenen Monat um 0,1 %, nachdem er im Oktober um 0,2 % zugelegt hatte. Diese Entwicklung ließ die Nachfrage nach Gold steigen, da Anleger neue Positionen aufbauten. Der US-Dollar fiel im Zuge dessen um 0,6 % von seinem Zweijahreshoch, wodurch Gold für Käufer außerhalb der USA günstiger wurde. Gleichzeitig sanken die Renditen von Staatsanleihen von ihrem höchsten Stand seit über sechs Monaten.
Marktstrategen wiesen darauf hin, dass die schwächeren Wirtschaftsdaten, einschließlich der Einkommen und Ausgaben von Privatpersonen, die Aussichten auf Zinssenkungen verstärkten. Die Prognosen reichen derzeit von zwei bis drei möglichen Zinssenkungen, obwohl die genauen Entwicklungen noch unsicher sind. Die restriktive Haltung der Federal Reserve wurde am Mittwoch durch die Veröffentlichung ihres "Dot Plot" unterstrichen, der für 2025 lediglich zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Basispunkte vorsieht. Dies deutet auf eine geringere Lockerung der Geldpolitik hin als noch im September erwartet.
Das Halten von Gold wird bei höheren Zinssätzen unattraktiver, da es keine Zinsen abwirft. Dennoch könnte die physische Nachfrage nach dem Edelmetall als Stütze fungieren. Experten sehen Potenzial für steigende Goldpreise, sollten die Inflationserwartungen überzogen sein und der Fed somit mehr Spielraum für geldpolitische Anpassungen geben. Dies könnte die Entwicklung des Goldmarktes im Jahr 2025 prägen.
Neben Gold verzeichneten auch andere Edelmetalle Kursgewinne. Der Silberpreis stieg um 1,8 % auf 29,54 USD pro Unze, Platin legte um 0,5 % auf 928,34 USD zu, und Palladium kletterte um 1,5 % auf 919,56 USD. Die Entwicklungen in der Edelmetallbranche bleiben eng mit den makroökonomischen Rahmenbedingungen verbunden, insbesondere den Zinserwartungen und Inflationsdaten.
