Goldpreis unter Druck vor Fed-Entscheidung
Starker Dollar und Zinserwartungen belasten Edelmetallmärkte weltweit

Gold verzeichnete am Dienstag leichte Verluste, belastet durch einen stärkeren US-Dollar und steigende Renditen von US-Staatsanleihen. Investoren richten ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, wobei allgemein erwartet wird, dass die Fed im kommenden Jahr einen vorsichtigen Ansatz zur geldpolitischen Lockerung verfolgen wird. Der Spot-Goldpreis sank um 0,5 Prozent auf 2.639,22 US-Dollar pro Unze. Gold-Futures in den USA gaben 0,6 Prozent auf 2.654,10 US-Dollar nach.
Ein stärkerer Dollar sowie steigende Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen trugen zur Schwäche des Edelmetalls bei. Diese Entwicklungen erfolgten vor dem letzten geldpolitischen Treffen der Fed in diesem Jahr, das am Dienstag begann. Während ein Zinssatzschnitt um 25 Basispunkte am Mittwoch weitgehend eingepreist ist, glauben Händler zunehmend, dass die Notenbank im kommenden Jahr nur schrittweise die Zinsen senken wird. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Zinssatzschnitt in dieser Woche bei 97 Prozent, während die Chancen für eine Reduktion im Januar lediglich bei 17 Prozent liegen.
Han Tan, Chefmarktanalyst der Exinity Group, erklärte, dass Goldhändler derzeit zurückhaltend agieren, da die anstehende Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der Fed als wegweisend angesehen wird. Die Sitzung könnte Hinweise auf künftige Zinssenkungen in den Jahren 2025 und 2026 geben. Insbesondere wird auch spekuliert, ob die Notenbank unter der neuen Trump-Administration ihre geldpolitische Lockerung wegen potenzieller Inflation zurückfahren könnte. Sollte die Fed eine restriktive Haltung einnehmen und eine Pause bei der Zinssenkung signalisieren, könnte Gold auf etwa 2.600 US-Dollar fallen. Die 50-Tage-Durchschnittslinie könnte dabei als mögliche Unterstützung dienen.
Gold profitiert in der Regel von einem Umfeld niedriger Zinsen, da dies die Opportunitätskosten des Edelmetallbesitzes verringert. Die Marktteilnehmer blicken zudem auf die US-BIP-Daten und Inflationszahlen, die später in dieser Woche erwartet werden und die Marktstimmung beeinflussen könnten. Auch der Blick auf Indien, einen der größten Goldverbraucher weltweit, sorgt für Bewegung. Laut Handels- und Regierungsangaben wird erwartet, dass die indischen Goldimporte im Dezember deutlich zurückgehen werden, nachdem im November ein Rekordniveau erreicht wurde.
Bei anderen Edelmetallen zeigte sich am Dienstag ebenfalls eine schwächere Tendenz. Der Silberpreis fiel um 1,1 Prozent auf 30,20 US-Dollar pro Unze. Platin gab um 1,2 Prozent nach und notierte bei 924,58 US-Dollar. Palladium sank ebenfalls um 1,2 Prozent auf 935,25 US-Dollar pro Unze. Händler beobachten die Entwicklungen an den Rohstoff- und Finanzmärkten weiterhin aufmerksam, da die Entscheidungen der US-Notenbank und die kommenden Wirtschaftsdaten entscheidende Impulse für die Preisentwicklung liefern könnten.
