Inflation von 6,2 Prozent könnte Republikaner den Senat kosten
Preisanstiege durch Iran-Krieg und Zölle bringen die Republikaner sechs Wochen vor den US-Halbzeitwahlen unter Druck.

Die Republikaner könnten bei den Halbzeitwahlen in sechs Wochen die Kontrolle über den Senat und das Repräsentantenhaus verlieren. Als Ursache nennt ein Bericht des US-Finanzportals MarketWatch die Entscheidung von Präsident Donald Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth, im vergangenen Februar einen Krieg gegen den Iran zu beginnen – mit wenig oder möglicherweise gar keiner Vorplanung.
Die Folgen dieses Schritts haben die Preise in die Höhe getrieben und den Lohn der Arbeitnehmer unter Druck gesetzt. Gemeinsam mit den Zöllen haben die durch das missglückte Unterfangen ausgelösten Preisanstiege die Inflation auf eine geschätzte jährliche Rate von 6,2 Prozent getrieben. Damit liegt die Teuerung mehr als dreimal so hoch wie der offizielle Zielwert der Federal Reserve.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung von Bedeutung, weil die Geldpolitik der US-Notenbank die internationalen Finanzmärkte stark beeinflusst. Eine Inflationsrate von 6,2 Prozent liegt deutlich über dem Niveau, das die Fed anstrebt. Der Bericht führt die Preisentwicklung ausdrücklich auf zwei Faktoren zurück: den militärischen Konflikt mit dem Iran und die Zölle.
Iran-Krieg und Zölle als Preistreiber
Der Krieg gegen den Iran begann laut dem Bericht im Februar und wurde intern als „kleine Exkursion" bezeichnet. Diese Wortwahl deutet auf ein militärisches Unterfangen hin, dessen wirtschaftliche Folgen offenbar unterschätzt wurden. Die durch das missglückte Vorgehen ausgelösten Preisanstiege summierten sich mit den Belastungen durch die Zölle.
Die Zölle sind ein zentrales Instrument der Handelspolitik der Trump-Administration. Sie verteuern importierte Waren und schlagen sich in vielen Fällen direkt in höheren Verbraucherpreisen nieder. In Kombination mit den Kosten des Iran-Konflikts ergibt sich daraus der starke Anstieg der Teuerung, den MarketWatch mit einer geschätzten Jahresrate von 6,2 Prozent beziffert.
Politische Folgen vor den Halbzeitwahlen
Die Halbzeitwahlen finden in den USA alle zwei Jahre statt und entscheiden über die Zusammensetzung des gesamten Repräsentantenhauses sowie eines Teils des Senats. Verlieren die Republikaner beide Kammern, verlieren sie die Kontrolle über die Gesetzgebung. Nach Einschätzung des Berichts könnte genau das die Folge der gestiegenen Preise sein.
Die Argumentation ist einfach: Steigende Preise belasten die Haushalte der Wähler unmittelbar, und die Regierungspartei wird dafür verantwortlich gemacht. Der Bericht nennt Trump, Hegseth und ihre Entscheidung zum Iran-Krieg ausdrücklich als die Verantwortlichen für die missliche Lage der Republikaner.
Ob sich diese Prognose bewahrheitet, entscheidet sich in sechs Wochen an der Wahlurne. Klar ist, dass die Inflation mit geschätzten 6,2 Prozent weit über dem Zielwert der Federal Reserve liegt – ein Wert, der sowohl die Geldpolitik als auch den Wahlkampf bestimmen dürfte.
