ANZEIGE

Trump unter Druck: Fed-Chef bleibt standhaft

Jerome Powell widersetzt sich Entlassungsdrohung und wahrt Unabhängigkeit der US-Notenbank

2 Min
 Trump unter Druck: Fed-Chef bleibt standhaft

US-Präsident Donald Trump hat in seiner zweiten Amtszeit den Druck auf den Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, weiter verstärkt. In öffentlichen Äußerungen bezeichnete Trump den Fed-Chef als „großen Loser“ und drohte mit seiner Entlassung. Trotz dieser Angriffe zeigt sich Powell unbeirrt und erklärte auf einer Pressekonferenz, er werde sein Amt nicht niederlegen – selbst wenn der Präsident ihn dazu auffordere.

Hintergrund des Konflikts ist die Kontrolle über den Leitzins, den Trump gerne stärker beeinflussen würde. Eine Zinssenkung würde der US-Wirtschaft mehr Spielraum verschaffen, insbesondere in einem Umfeld, das durch protektionistische Maßnahmen wie neue Zölle zusätzlich belastet ist. Kritiker befürchten, dass Trumps Einflussnahme auf die Geldpolitik der Fed vor allem dem Zweck dient, die negativen Auswirkungen seiner Wirtschaftspolitik zu verschleiern.

Sollte es dem Präsidenten tatsächlich gelingen, Powell zu entmachten, drohten schwerwiegende Konsequenzen. Die Unabhängigkeit der Notenbank gilt als elementarer Pfeiler wirtschaftlicher Stabilität. Eine politische Einflussnahme könnte die Inflation anheizen und die Glaubwürdigkeit der Fed untergraben. Die Folge wäre ein Vertrauensverlust, der nicht nur die US-Wirtschaft, sondern auch die globalen Finanzmärkte ins Wanken bringen könnte.

Ein solcher Schritt würde die letzte verlässliche Instanz in der US-Wirtschaftspolitik zerstören. Die Unsicherheit über den geldpolitischen Kurs nähme zu, was Anleger, Unternehmen und Verbraucher weltweit verunsichern könnte. Die Angst vor einer weiteren Finanzkrise wäre nicht unbegründet. Dennoch ist Trumps Spielraum begrenzt. Eine Entlassung Powells allein aus Unzufriedenheit mit dessen geldpolitischer Linie hätte vor dem Obersten Gerichtshof wohl keinen Bestand.

Öffentlich hat Trump inzwischen signalisiert, dass er nicht plane, Powell zu entlassen. Die Spannungen zwischen beiden bleiben jedoch bestehen. Der Präsident setzt stattdessen auf eine Strategie der öffentlichen Diskreditierung, um Druck auf den Notenbankchef auszuüben. Ziel scheint es zu sein, Powell zu einem freiwilligen Rücktritt zu bewegen.

Die Zeit spielt dabei für Trump. Powells Amtszeit endet regulär im Mai 2026. Dann könnte der Präsident einen Nachfolger ernennen, der seinen Vorstellungen von geldpolitischer Steuerung eher entspricht. Bis dahin bleibt Powell im Amt – unter zunehmendem politischem Druck.

USADonald TrumpJerome Powell FEDFederal Reserve Bank

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Europäische Indizes kaum verändert – Telekom treibt DAX an

Disclaimer