ANZEIGE

Trump lockert Autozölle für inländische Produktion

Neue Regelung begünstigt US-Standorte und zwingt Hersteller zu lokaler Lieferkette

2 Min
Trump lockert Autozölle für inländische Produktion

Die US-Regierung versuchte, die wirtschaftlichen Folgen der von Präsident Donald Trump eingeführten Sonderzölle für Autohersteller abzumildern. Nach Angaben seiner Pressesprecherin Karoline Leavitt unterzeichnete Trump einen entsprechenden Erlass im Laufe des Mittwochs. Der Präsident war in Michigan, dem Zentrum der amerikanischen Automobilindustrie, erwartet worden – anlässlich seiner ersten 100 Tage im Amt. Der Erlass ging auf Konsultationen mit Fahrzeugherstellern zurück und sollte den Unternehmen laut Handelsminister Howard Lutnick mehr Zeit verschaffen, ihre Lieferketten innerhalb der Vereinigten Staaten neu zu strukturieren.

Lutnick erklärte, der Erlass beinhalte eine Kombination aus Gutschriften und steuerlichen Erleichterungen auf Bauteile und Rohstoffe. Diese Gutschriften könnten bis zu 15 Prozent des Wertes der in den USA montierten Fahrzeuge betragen und auf importierte Teile angerechnet werden. Fahrzeuge, die zu mindestens 85 Prozent aus in den USA produzierten Komponenten bestünden, sollten vollständig von den Zöllen befreit werden. Dies galt sowohl für amerikanische als auch für ausländische Hersteller mit Produktion in den Vereinigten Staaten. Das Maßnahmenpaket war für einen Zeitraum von drei Jahren angelegt, in dem die Autoindustrie ihre Lieferketten umstellen sollte.

Lutnick betonte, das Prinzip „Bauen Sie Ihre Autos in Amerika“ sei entscheidend gewesen, um von den Erleichterungen zu profitieren. Er verwies auf die Gespräche mit Autoherstellern, die im Vorfeld ihre Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen der Zölle geäußert hatten. Trump hatte ursprünglich einen pauschalen Zuschlag von 25 Prozent auf importierte Fahrzeuge angekündigt. Darüber hinaus galt weiterhin ein 25-prozentiger Zoll auf Stahl und Aluminium, wobei die Hersteller laut Regierung künftig nur den jeweils höheren Satz zahlen sollten.

Unternehmen wie Ford und General Motors begrüßten die neuen Regelungen bereits vor der offiziellen Bekanntgabe. Ford-Chef Jim Farley erklärte, die Maßnahmen würden Produzenten, Zulieferer und Konsumenten entlasten. General-Motors-CEO Mary Barra sah fairere Bedingungen für Investitionen in den USA. GM-Finanzchef Paul Jacobson zeigte sich jedoch vorsichtig und verzichtete angesichts der Unsicherheiten auf eine Prognose.

Die Entwicklungen rund um Trumps Wirtschaftspolitik sorgten an der Börse für Unruhe. Aktien großer Hersteller wie GM und Tesla verloren zunächst an Wert. Analysten wiesen darauf hin, dass die Maßnahmen die strukturellen Probleme nicht lösten, vor allem angesichts steigender Autopreise. Handelsminister Lutnick wies die Kritik zurück und warf der Wall Street vor, das große Ganze nicht zu erkennen.

USAAutoindustrieZölle

Meistgelesene News

  1. Amazon Prime Air Crash in Miami: Fünf Tote bei Frachtflugzeug-Unglück
  2. Microsoft-Aktie fällt – Technologiekonzern kämpft mit Ausfällen
  3. Fed-Signale beflügeln US-Märkte: Palantir und Snowflake mit starken Kursgewinnen
  4. BP setzt auf Stabilität – Raffineriemargen erreichen Krisenniveau
  5. Europäische Indizes kaum verändert – Telekom treibt DAX an

Disclaimer