Trump kippt Whiskey-Zölle: Entlastung für irische Brennereien
Trump hebt Zölle auf irischen Whiskey auf – Entlastung für die Spirituosenindustrie

US-Präsident Donald Trump hat zum Abschluss seines Irland-Besuchs überraschend die Aufhebung der Zölle auf irischen Whiskey angekündigt. Derzeit werden die Spirituosen aus der Republik Irland mit zehn Prozent Einfuhrgebühr belegt – Teil der allgemeinen Zollpolitik Trumps gegenüber der Europäischen Union. Die Ankündigung erfolgte am Sonntag vor einer Menge irischer Golf-Fans bei einem Turnier auf einem Golfplatz, der zur Familie des US-Präsidenten gehört.
Der irische Regierungschef Micheal Martin und der Spitzen-Golfer Shane Lowry hätten Trump auf den Zoll angesprochen. "Und alle haben mich ständig damit genervt und gesagt: 'Würdest du mir einen Gefallen tun? Es ist so unfair, was da vor sich geht'", so Trump. Unter lautem Jubel der Menge erklärte er: "Ich werde die Zölle auf irischen Whiskey aufheben."
Hintergrund der Zollpolitik
Der reguläre Zoll auf irischen Whiskey war Teil der umfassenden Strafzölle, die Trump auf die meisten Importe aus der EU verhängt hatte. Erst im Juli wurde dieser Satz von 15 auf zehn Prozent gesenkt. Bereits im Mai hatte Trump schottischen Whiskey von den Zöllen ausgenommen – damals "zu Ehren" des britischen Königspaars. Nun folgt die Entlastung für das irische Pendant.
Für Anleger ist die Entwicklung relevant: Der irische Whiskey-Markt hat in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet. Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für irische Spirituosen. Eine Aufhebung der Zölle könnte die Wettbewerbsposition irischer Brennereien gegenüber schottischen und amerikanischen Konkurrenten deutlich verbessern.
Der Irische Whiskey-Verband (IWA) begrüßte die Ankündigung umgehend. "Nichts verdeutlicht die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Irland besser als irischer Whiskey", hieß es in einer Erklärung von IWA-Direktor Eoin O Caitin. Der Verband freue sich darauf, dass die Ankündigung vollständig umgesetzt werde.
Politische Nebengeräusche
Obwohl Trump primär anlässlich der renommierten "Irish Open" zum Golfspielen in Irland weilte, gab es auch ein kleines politisches Programm. So traf er mit Irlands Staatspräsidentin Cathrin Connoly zusammen und äußerte sich auch zur Frage der irischen Einheit.
Trump bezeichnete eine mögliche irische Einheit als "cool" und meinte, "sie werde kommen". Später ruderte er zwar etwas zurück, doch die Aussage schlug hohe Wellen – bis ins Büro des britischen Premierministers in London. Denn die Frage der Einheit Irlands ist politisch, religiös und gesellschaftlich enorm aufgeladen. Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, die Republik Irland zur EU.
Die britische Wohnungsbauministerin Angela Rayner reagierte gelassen auf Trumps Äußerungen. "Donald Trump ist Donald Trump, und der Präsident sagt eben, was er denkt, und äußert seine Meinung so, wie er die Dinge sieht", sagte sie am Sonntag beim Sender Sky News. Die britische Regierung nehme aber weiterhin das sogenannte Karfreitagsabkommen sehr ernst.
Ausblick für Anleger
Die Ankündigung Trumps ist noch nicht rechtskräftig umgesetzt. Der IWA betonte, man freue sich auf die vollständige Umsetzung. Sollte die Zollbefreiung tatsächlich in Kraft treten, dürften irische Whiskey-Hersteller und Exporteure zu den Gewinnern der US-Handelspolitik zählen. Beobachter rechnen mit positiven Impulsen für die irische Getränkeindustrie und die damit verbundenen Unternehmen.
