Trump erhöht Zölle auf indische Importe deutlich
Goldpreis steigt, Zinssenkung der US-Notenbank rückt näher

Gold hat am Donnerstag zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump eine zusätzliche Importsteuer in Höhe von 25 Prozent auf Waren aus Indien verhängt hat. Die Ankündigung verschärfte die Handelskonflikte zwischen den beiden Staaten und verstärkte die Nachfrage nach sicheren Anlagen. Der Spotpreis für Gold stieg bis 04:52 Uhr GMT um 0,3 Prozent auf 3.378,18 US-Dollar pro Feinunze, während die US-Goldfutures um 0,4 Prozent auf 3.445,60 Dollar zulegten.
Trump begründete die Entscheidung mit dem anhaltenden Import russischen Öls durch Indien. Die Maßnahme tritt 21 Tage nach dem 7. August in Kraft und wird die Zölle auf bestimmte indische Exportgüter auf bis zu 50 Prozent erhöhen – eine der höchsten Belastungen, die derzeit einem Handelspartner der USA auferlegt werden. Die vorherigen Gespräche zwischen beiden Ländern waren zuvor ohne Ergebnis geblieben.
Zusätzlich kündigte der US-Präsident einen weiteren drastischen Schritt an: Für Halbleiterimporte soll ein Zollsatz von etwa 100 Prozent gelten. Allerdings wurde eine Ausnahmeregelung bekanntgegeben – Firmen, die bereits in den USA produzieren oder sich dazu verpflichtet haben, sind von der neuen Regelung ausgenommen.
Die verschärften Handelsmaßnahmen sorgen bei Anlegern für Verunsicherung und lenken deren Interesse verstärkt auf Gold als vermeintlich sichere Anlage. Analyst Tim Waterer von KCM Trade erklärte, dass die ständigen Zollandrohungen des Präsidenten Investoren dazu bewegten, Gold als defensive Absicherung in Betracht zu ziehen. Der Goldpreis bewege sich zunehmend auf die psychologisch bedeutende Marke von 3.400 US-Dollar zu, während risikobehaftete Vermögenswerte unter Druck stünden.
Auch geldpolitische Erwartungen in den USA beeinflussten die Entwicklung. Nach schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten rechnen Händler mit einer Zinssenkung der US-Notenbank im September. Der Dollar-Index fiel in der Folge auf den niedrigsten Stand seit über einer Woche. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im nächsten Monat bei 95 Prozent. Minneapolis-Fed-Präsident Neel Kashkari äußerte sich in diesem Zusammenhang dahingehend, dass die US-Notenbank auf die sich abschwächende Konjunktur reagieren müsse.
Auch andere Edelmetalle verzeichneten Kursveränderungen. Silber stieg um 0,5 Prozent auf 38,04 US-Dollar je Feinunze. Der Platinpreis sank um 0,4 Prozent auf 1.328,77 Dollar, während Palladium um 1,3 Prozent auf 1.146,80 Dollar zulegte.
