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Trump erhöht Druck auf US-Notenbankchef Powell

Zinspolitik, Inflationserwartungen und Handelskonflikte belasten Vertrauen in die Fed

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Trump erhöht Druck auf US-Notenbankchef Powell

Donald Trump erhöht den Druck auf den Vorsitzenden der US-Notenbank, Jerome Powell, und bringt mit seinen wiederholten Angriffen Unruhe an die Finanzmärkte. Im Mittelpunkt steht die Kritik des US-Präsidenten an der Zinspolitik der Fed, die seit Trumps Amtsantritt im Januar bei einem Leitzins von rund 4,3 Prozent geblieben ist. Trump fordert eine deutliche Senkung auf etwa 1,0 Prozent – eine Forderung, die im Widerspruch zu den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen steht. In einem persönlichen Schreiben warf Trump Powell vor, die Weigerung der Fed, die Zinsen zu senken, habe die USA ein Vermögen gekostet.

Die wirtschaftlichen Daten zeichnen allerdings ein anderes Bild. Die Arbeitslosenquote liegt stabil bei 4,1 Prozent, also auf demselben Niveau wie vor einem Jahr. Zwar sank die Zahl neu geschaffener Stellen im ersten Quartal leicht – im Schnitt auf 111.000 pro Monat gegenüber 150.000 im zweiten Quartal – doch lassen weder Entlassungszahlen noch Anträge auf Arbeitslosenunterstützung auf eine bevorstehende Verschlechterung schließen. Gleichzeitig verharrt die Verbraucherpreisinflation über dem Zielwert der Fed von zwei Prozent und hat sich zuletzt sogar wieder beschleunigt.

Vor diesem Hintergrund erscheint die Kritik des Präsidenten an der aktuellen Zinspolitik der Fed unbegründet. Die Finanzbedingungen im Land bleiben vergleichsweise locker, wie unter anderem Analysen von Goldman Sachs nahelegen. Ein Zinssatz von 4,3 Prozent scheint nicht ausgereicht zu haben, um tatsächlich restriktiv zu wirken. Dennoch erwartet der Markt mit über 93-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Zinssenkung durch die Fed bis zum Jahresende – eine Erwartung, die mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist.

Zu den Risiken zählen etwa bevorstehende zollbedingte Preissteigerungen, die sich negativ auf die Kaufkraft der Haushalte und die Konsumausgaben auswirken könnten. Zwar sollte die Notenbank diese nach gängiger ökonomischer Theorie ignorieren, da sie nur einmalige Angebotsschocks darstellen. Doch die Inflationserwartungen der Verbraucher steigen. Eine Umfrage der University of Michigan belegt einen besorgniserregenden mittelfristigen Anstieg, was auf den Handelskonflikt zurückgeführt wird.

Die Rolle der Fed und insbesondere ihrer Unabhängigkeit wird durch Trumps Verhalten zunehmend infrage gestellt. Eine Entlassung Powells oder die bloße Erwartung, ein neuer Vorsitzender würde dem Präsidenten politisch entgegenkommen, könnte langfristige Zinsen steigen lassen. Damit würde Trump genau das Gegenteil dessen erreichen, was er beabsichtigt – nämlich niedrigere Finanzierungskosten für Wirtschaft und Verbraucher.

USADonald TrumpJerome Powell FEDFederal Reserve Bank

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