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Zollkompromiss zwischen EU und USA erzielt

Weniger Abgaben auf Autos – dafür Milliarden-Investitionen und Energieimporte aus Amerika

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Zollkompromiss zwischen EU und USA erzielt

Die monatelange Unsicherheit über drohende Strafzölle im transatlantischen Handel ist vorerst beendet. US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen haben sich bei einem Treffen in Schottland auf einen Kompromiss zur Beilegung des Zollstreits zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union geeinigt. Die neue Vereinbarung sieht vor, dass der durchschnittliche Zollsatz auf viele Produkte – darunter Autos, Halbleiter und Pharmaprodukte – bei 15 Prozent liegen soll, anstelle der von Trump angedrohten 30 Prozent.

Die Einigung wurde nach einem einstündigen Gespräch im Trump-eigenen Golf-Resort in Turnberry verkündet. Trump bezeichnete das Abkommen als „gut für alle“, während von der Leyen erklärte, dass mit dem Kompromiss Stabilität geschaffen werde. Die endgültige Zustimmung der 27 EU-Mitgliedstaaten steht allerdings noch aus. Bundeskanzler Friedrich Merz begrüßte die Verständigung und verwies auf die entlastende Wirkung für die exportorientierte deutsche Wirtschaft, insbesondere die Automobilbranche, deren bisherige Zölle von 27,5 auf 15 Prozent gesenkt werden.

Nicht Teil des Kompromisses sind die US-Zölle auf Stahl und Aluminium, die weiterhin bei 50 Prozent liegen sollen. Trump betonte, diese Maßnahmen seien Teil einer weltweiten Strategie. Von der Leyen zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass auch in diesem Bereich Bewegung möglich sei. Man wolle ein Quotensystem einführen und gemeinsam gegen Überkapazitäten auf dem Weltmarkt vorgehen.

Im Energiesektor verpflichtete sich die EU zu umfangreichen Käufen von US-Rohstoffen. Demnach sollen in den kommenden drei Jahren Flüssigerdgas, Öl und Kernbrennstoffe im Wert von 750 Milliarden US-Dollar aus den USA importiert werden. Zusätzlich plant die EU Investitionen in den USA im Umfang von weiteren 600 Milliarden US-Dollar. Von der Leyen sprach von einem Beitrag zur Energiesicherheit und Diversifizierung der Versorgungsquellen Europas.

Darüber hinaus wurde ein gegenseitiger Nullzollsatz auf bestimmte Produktgruppen vereinbart. Dazu zählen unter anderem Luftfahrtkomponenten, Chemikalien, Agrarprodukte, Halbleiterausrüstung sowie einige kritische Rohstoffe. Laut Trump enthält das Abkommen aus Sicht der USA wichtige wirtschaftliche Vorteile, auch durch neue Investitionszusagen aus Europa.

Vor dem Durchbruch hatte Trump der EU mit pauschalen Strafzöllen ab Anfang August gedroht. Die EU hatte daraufhin ein umfassendes Maßnahmenpaket vorbereitet, darunter zusätzliche Abgaben auf US-Produkte und Exportbeschränkungen. Ziel war es, Verhandlungsspielräume offenzuhalten und eine Eskalation zu vermeiden. Deutschland hatte sich in den vergangenen Wochen besonders für eine rasche Einigung eingesetzt.

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