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Trump stellt EU niedrigere Zölle in Aussicht

Brüssel droht mit Gegenzöllen auf US-Waren im Wert von 90 Milliarden Euro

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Trump stellt EU niedrigere Zölle in Aussicht

US-Präsident Donald Trump hat eine Senkung der angedrohten Zölle auf europäische Produkte in Aussicht gestellt – unter der Bedingung, dass die Europäische Union ihren Markt stärker für amerikanische Unternehmen öffnet. Bei einem Auftritt auf einer Veranstaltung zur Künstlichen Intelligenz erklärte der Präsident, dass man in ernsthaften Verhandlungen mit der EU stehe. Sollte Brüssel zu entsprechenden Zugeständnissen bereit sein, könnten niedrigere Zollsätze folgen.

Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich kurz zuvor vorsichtig optimistisch über die laufenden Gespräche. Vor einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron kündigte er an, man werde auch über die aktuelle Handelspolitik diskutieren. Es gebe Hinweise darauf, dass Entscheidungen unmittelbar bevorstehen könnten, so Merz bei einem Pressestatement in Berlin.

Parallel zu den Gesprächen mit den USA hat sich die Europäische Union auf mögliche Gegenzölle vorbereitet. Nach Informationen aus EU-Kreisen umfasst die Liste Gegenmaßnahmen im Umfang von über 90 Milliarden Euro. Sollte es bis zum 7. August zu keiner Einigung kommen, könnten diese Zölle rasch in Kraft treten. Die Rede ist von Abgaben von bis zu 30 Prozent auf US-Importe. Ein Sprecher der EU-Kommission betonte, dass weiterhin das Ziel verfolgt werde, eine Eskalation des Konflikts zu vermeiden.

Die Gegenzollmaßnahmen setzen sich aus zwei Teilen zusammen: Einer bereits beschlossenen Liste im Umfang von 21 Milliarden Euro sowie weiteren geplanten Zöllen auf Importe im Wert von rund 72 Milliarden Euro. Die EU reagiert damit auf die Drohung der Vereinigten Staaten, ab dem 1. August zusätzliche Strafzölle einzuführen. Trump hatte diese Ankündigung vor rund zwei Wochen öffentlich gemacht und gleichzeitig vor möglichen europäischen Reaktionen gewarnt.

Ein Blick nach Asien zeigt, dass die USA gerade erst eine Einigung mit Japan erzielt haben. Der dort ausgehandelte Zollsatz liegt bei 15 Prozent und ist damit deutlich niedriger als ursprünglich angekündigt. Die Einigung mit Tokio könnte nun als Blaupause für die laufenden Gespräche mit der Europäischen Union dienen. Der Ausgang der Verhandlungen ist bislang offen, doch das Zeitfenster für eine Lösung wird immer enger.

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