Trump droht EU mit Zöllen wegen Kanada-Initiative
US-Präsident erwägt hohe Strafzölle, falls die EU Kanada assoziiert.

US-Präsident Donald Trump hat der Europäischen Union mit drastischen Handelsmaßnahmen gedroht. Hintergrund ist der Vorschlag, Kanada zu einem potenziell assoziierten Mitglied der EU zu machen. Trump kündigte an, im Falle einer Umsetzung „sehr hohe Zölle“ auf EU-Importe zu verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einzustellen.
„Wenn sie das tun, und wenn ich es als feindselige Handlung betrachte, werde ich sehr hohe Zölle verhängen oder den Handel mit Europa in vielen Bereichen einstellen“, sagte Trump am Mittwoch gegenüber Reportern. Er reagierte damit auf eine Frage nach seiner Meinung zu dem Vorschlag einer EU-Assoziierung Kanadas.
Die Drohung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die transatlantischen Handelsbeziehungen ohnehin bereits angespannt sind. Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumimporte verhängt und mehrfach Kritik am deutschen Handelsüberschuss geäußert.
Hintergrund der Eskalation
Der Vorschlag, Kanada als assoziiertes Mitglied an die EU zu binden, würde eine enge wirtschaftliche und politische Anbindung des nordamerikanischen Landes an den europäischen Binnenmarkt bedeuten. Aus Sicht Trumps könnte dies negative Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Interessen der USA haben.
Die genauen Modalitäten einer solchen Assoziierung sind bislang nicht abschließend definiert. Klar ist jedoch, dass Trump jede vertiefte transatlantische Bindung eines Nachbarlandes als potenzielle Bedrohung für die US-Wirtschaft betrachtet.
Für deutsche Unternehmen und Exporteure wäre eine Eskalation im Handelskonflikt mit den USA besonders folgenreich. Die Bundesrepublik ist einer der größten Exporteure in die Vereinigten Staaten innerhalb der EU. Sollte Trump seine Drohung wahr machen, wären insbesondere die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Chemiebranche betroffen.
Reaktionen aus Europa
Die EU-Kommission in Brüssel hat sich bislang nicht offiziell zu Trumps Äußerungen geäußert. Es wird jedoch erwartet, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs die Lage analysieren und eine abgestimmte Reaktion vorbereiten. Handelsexperten weisen darauf hin, dass die EU über eigene Instrumente verfügt, um auf US-Strafzölle zu reagieren.
Die Ankündigung Trumps zeigt einmal mehr, dass der US-Präsident bereit ist, handelspolitische Hebel auch gegen traditionelle Verbündete einzusetzen. Die transatlantischen Beziehungen stehen damit vor einer weiteren Belastungsprobe.
An den Finanzmärkten sorgte die Nachricht für Verunsicherung. Der Euro gab gegenüber dem US-Dollar leicht nach, während europäische Aktienindizes mit leichten Verlusten reagierten. Anleger befürchten, dass ein neuer Handelskonflikt zwischen den USA und der EU das globale Wirtschaftswachstum belasten könnte.
Ob Trump tatsächlich zu drastischen Maßnahmen greifen wird, hängt maßgeblich davon ab, wie die EU den Vorschlag zur Assoziierung Kanadas konkret ausgestaltet. Sollte die Initiative vorangetrieben werden, droht eine handelspolitische Konfrontation mit ungewissem Ausgang.
