ANZEIGE

Theater setzen auf immersive Technologie – wie tief geht das?

Von Sarah Snook bis Harry Potter: Der Einsatz von Technologie verändert das Live-Theater – birgt aber auch Risiken.

•• 4 Min
Theater setzen auf immersive Technologie – wie tief geht das?

Der Einsatz von Technologie verändert die Art und Weise, wie Regisseure und Dramatiker ihre Geschichten durch Live-Auftritte erzählen – und kann die Grenzen der Bühne überschreiten. Ein vielbeachtetes Beispiel lieferte Sarah Snook, die 2024 in einer Bühnenproduktion von Oscar Wildes „Das Bildnis des Dorian Gray“ auftrat. Ein innovativer Einsatz von Bildschirmtechnologie ermöglichte es ihr, alle 26 Charaktere in einer Solo-Performance darzustellen.

Die Show war sowohl bei der Kritik als auch kommerziell erfolgreich und gewann Auszeichnungen in London und New York. „Es war ein virtuoses Beispiel dafür, wie man Geschichten auf eine andere Weise erzählt“, sagt Danny Cohen. Der ehemalige BBC-Funktionär leitet derzeit Access Entertainment, eine Medien- und Investitionsabteilung des Geschäftsimperiums von Sir Leonard Blavatnik, das das Londoner Theatre Royal Haymarket besitzt und in Live-Theater und Spielstätten investiert.

Ein weiteres prominentes Beispiel ist die Produktion „Harry Potter and the Cursed Child“ in London und New York. Sie umfasst eine Bühne, die sichtbar „verformt“ wird, um Zeitreisen widerzuspiegeln, Dementoren, die sich im Zuschauerraum bewegen, und Schauspieler, die in Telefonzellen verschwinden. Während die Produktion viel Rechenleistung erfordert, handelt es sich bei vielen Effekten um Zaubertricks und Illusionen, denen Magier und Theaterbesucher seit Jahrzehnten vertrauen.

Alte Tricks in neuem Gewand

Der Trick mit der Telefonzelle basiert auf Magie, die vor mehr als einem Jahrhundert aufgeführt wurde. Die Technologie mag neu sein, doch das Verlangen des Publikums, durch Tricks und Illusionen im Drama beeindruckt zu werden, ist immer vorhanden gewesen. Bereits die alten Griechen nutzten Kräne, um Darsteller in die Luft zu heben und das Fliegen zu simulieren. Beleuchtungssysteme und Verfolgungsstrahler sind heute ebenso alltäglich wie immersive Soundsysteme – doch Shakespeare pionierte den Einsatz von farbigem Rauch und Schießpulver, um ähnliche Effekte in seiner Zeit zu erzeugen.

Physische Vorrichtungen wie Falltüren auf der Bühne, die Menschen verschwinden ließen, wurden über Jahrhunderte hinweg genutzt. Vor zehn Jahren experimentierte die Royal Shakespeare Company mit Motion-Capture-Technologie, um 3D-Avatare für eine Bühnenaufführung von „The Tempest“ zu erstellen. Access Entertainment besitzt zudem Lightroom, einen immersiven Raum im Londoner Stadtteil King’s Cross, der beweist, wie stark fortgeschrittene Klang- und Bildwelten anziehen – etwa bei einer David-Hockney-Ausstellung oder einer Dokumentation über David Bowie.

Cohen sagt, Technologie ermögliche eine „andere Art von Verspieltheit“ und gebe Regisseuren „neue Wege, Geschichten zu erzählen“. Er räumt jedoch ein, dass in anderen Produktionen die „schöne Einfachheit von Schauspielern auf der Bühne“ mehr als ausreichend ist, um ein Publikum zu fesseln. Er warnt auch davor, Technologie um ihrer selbst willen einzusetzen.

Zwischen Faszination und Überforderung

Während hologrammähnliche Avatare, wie sie in der Londoner Show „Abba Voyage“ eingesetzt wurden, sich als erfolgreich erwiesen haben, konnten sich Zuschauer an anderer Stelle nicht mit Innovationen wie dem Einsatz von Virtual-Reality-Headsets anfreunden. Die individuelle, isolierende Natur solcher Geräte steht im Widerspruch zum gemeinsamen Genuss des Theaters.

Eine weitere Herausforderung sei, sagen einige Produzenten, dass hochmoderne Technologien wie digitale Avatare die Anforderungen für Produktionen erhöhen, die sich dies nicht leisten können. Die Erwartungen des Publikums seien gestiegen, so einer. Der Einsatz von Technologie treibt auch den Wandel hin zu immersiveren Räumen für das Theater voran. Zuschauer bei immersiven Shows, wie sie etwa vom britischen Unternehmen Punch Drunk oder You Me Bum Bum Train angeboten werden, schlendern durch Sets mit mehreren Räumen oder unterhalten sich direkt mit der Besetzung. Technologie wie Hochauflösungsbildschirme oder die Generierung von Gerüchen oder Wind, um das Publikum in die Handlung einzubetten, intensiviert diese Erfahrung.

„Technologie ermöglicht es uns, die Geschichten, die wir lieben, noch nie dagewesen lebendig werden zu lassen. Wir müssen sie nicht länger nur anhören oder ansehen [aber mit Technologien wie VR und Augmented Reality] können wir Teil von ihnen sein“, sagt Andrew McGuinness, Unternehmer und Schöpfer der immersiven Show „The War of the Worlds“, die sieben Jahre lang in London lief. Er fügt hinzu, dass technologische Innovationen die Lücke zwischen Videospielen und Theater schließen und es dem Publikum ermöglichen, die Ergebnisse mitzugestalten.

Neue Erlösquellen für Rechteinhaber

„Für Eigentümer großer geistiger Eigentumsrechte bedeutet technologische Innovation eine großartige neue Chance, da sie neue Kanäle zur Monetarisierung von IP schafft“, sagt McGuinness. Er verweist auf die Netflix-Serie „Stranger Things“, die Spin-offs wie Heimspiele und immersives Theater hervorbrachte – „alle Umsatzquellen, die maßgeblich von technologischer Innovation getrieben werden. Und das ist erst der Anfang.“

Für Cohen kann die Technologie auch die kommerziellen Renditen steigern, indem sie es Spielstätten ermöglicht, das Programm tagsüber und abends leicht zu ändern, um unterschiedliche Zielgruppen anzuziehen. Einige Produzenten befürchten jedoch die Vermischung verschiedener Unterhaltungsformate, da Bühnenshows nun so technikgestützt sind, dass sie fast dem Kino ähneln und dabei die entscheidende menschliche Beteiligung verlieren, die das Live-Theater bietet.

Die „willentliche Aussetzung des Unglaubens“ wurde Anfang des 19. Jahrhunderts vom englischen Literaturdenker Samuel Taylor Coleridge identifiziert, um den Vertrag zwischen Publikum und Schauspielern zu erklären. Diese Aussetzung ist nicht mehr erforderlich, wenn das Publikum die Handlung auf einem Bildschirm beobachtet. „Technologische [Komponenten] müssen stets als Verstärker großartiger Geschichtenerzählung verwendet werden. . . ein Werkzeug, das ein Mittel zum Zweck ist, nicht ein Selbstzweck“, sagt McGuinness.

Immersives TheaterLive-Theater TechnologieAccess EntertainmentDanny CohenHarry Potter Cursed ChildVirtual Reality BühneMonetarisierung IpAbba Voyage

Meistgelesene News

  1. XRP als Millionärsmacher? Warum ein 1.000-facher Anstieg unrealistisch ist
  2. KI nur für Top-Mitarbeiter: Paysend-CEO setzt auf Leistungsnachweis
  3. Trump: Entscheidung über Iran steht bevor – Deal oder Angriff
  4. Tesla nach Q3-Zahlen: Warum die Aktie trotz Rabatt teuer bleibt
  5. Shell und Exxon verkaufen Chemiekonzern Infineum für 8 Milliarden Dollar

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.