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Texas-Startup Hertha Metals sammelt 133,65 Millionen Dollar für Eisenwerk

Das texanische Startup Hertha Metals schließt eine Series-A-Runde über 133,65 Millionen Dollar ab und will damit hochreines Eisen für Seltene-Erden-Magnete produzieren.

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Texas-Startup Hertha Metals sammelt 133,65 Millionen Dollar für Eisenwerk

Das texanische Startup Hertha Metals hat am Dienstag den Abschluss einer Series-A-Finanzierungsrunde in Höhe von 133,65 Millionen Dollar bekannt gegeben. In dieser Summe enthalten ist eine Eigenkapitalinvestition der US-Regierung in Höhe von 65 Millionen Dollar. Die staatliche Beteiligung erfolgte im Rahmen des Industrial Base Analysis and Sustainment (IBAS)-Programms in Partnerschaft mit der Economic Defense Unit.

Die Runde wurde gemeinsam von Khosla Ventures und Doerr Capital angeführt. Beteiligt haben sich zudem CEV, Pear Ventures, Gates Frontier, Niterra SUISO no MORI Fund, Toyota Ventures und Siemens Financial Services. Mit dem Kapital soll der Bau von Hertha Chalyx finanziert werden, der neuen Anlage des Unternehmens.

Hertha Chalyx soll 10.000 Tonnen hochreinen Eisens in Stahl- und Magnetsorte produzieren. Damit will das Unternehmen die inländische Produktion eines Werkstoffs etablieren, der für Permanentmagnete aus Seltenen Erden benötigt wird. Bei diesem Material sind die Vereinigten Staaten bislang nahezu vollständig von Importen abhängig.

Die Details

Im Zentrum der Finanzierung steht das Verfahren FLEXHERS (Flexible Fuel Hydrogen Electric Reduction Smelting). Es kombiniert nach Angaben des Unternehmens Elektroofen-Technologie mit Erdgas oder Wasserstoff, um Eisen und Stahl herzustellen. Chalyx soll zusammen mit dem Pilotwerk Pi100 der erste moderne Innovationskomplex für Eisen und Stahl sein. Hertha Metals bezeichnet dies als bedeutenden Schritt zur Rückverlagerung der Produktion von Eisen und Stahl, was zentral für die Mission der industriellen Basis von IBAS sei.

Die wirtschaftlichen und ökologischen Kennzahlen, die das Unternehmen nennt, sind ambitioniert: Die Produktionskosten für Eisen und Stahl sollen demnach um 25 Prozent niedriger liegen als bei herkömmlichen Hochöfen. Die Emissionen sollen unter Einsatz von Erdgas um 50 Prozent sinken, mit Wasserstoff sogar um bis zu 98 Prozent. Das FLEXHERS-Verfahren ersetzt den mehrstufigen, kohleabhängigen Hochofenprozess durch einen einzigen kontinuierlichen Reaktor, der jede Sorte von Eisenerz verarbeitet und Erdgas oder Wasserstoff als Reduktionsmittel einsetzt.

Der strategische Hintergrund ist die Abhängigkeit der USA bei einem Schlüsselwerkstoff. NdFeB-Magnete bestehen zu etwa 70 Prozent ihres Gewichts aus hochreinem Eisen, doch die USA verfügen über keine inländische Produktionskapazität für diesen Werkstoff. Mit wachsendem Druck auf die Herstellung von Magneten in den USA im Rahmen des Defense Federal Acquisition Regulation Supplement (DFARS) will Hertha Chalyx die inländische Produktion des für Seltene-Erden-Magnete benötigten hochreinen Eisens etablieren. Dadurch soll eine Lieferkette entstehen, die vom Bergbau bis zur Fertigung vollständig auf amerikanischem Boden stattfindet.

Hertha betreibt derzeit eine Demonstrationsanlage in Conroe, Texas, mit einer Kapazität von 360 Tonnen pro Jahr. Das Unternehmen befindet sich nach eigenen Angaben im aktiven Qualifizierungsprozess als Lieferant bei großen US-Produzenten von Seltene-Erden-Magneten.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 13.06.2026 berichtete aktien.news, dass Hertha Metals eine Anlage für hochreines Eisen in Texas plant. Damals hieß es, das 2022 gegründete Unternehmen mit Hauptsitz in Houston wolle noch im Sommer den ersten Spatenstich für eine neue Produktionsanlage setzen, die jährlich 10.000 Tonnen hochreines Eisen produzieren soll. CEO Laureen Meroueh erklärte gegenüber Mining.com: „Wir werden der erste und einzige inländische Produzent dieses Materials sein." Gemeint ist hochreines Eisen, das in Neodym-Eisen-Bor-Permanentmagneten (NdFeB) verwendet wird.

Der weitere Kontext der US-Rohstoffpolitik ist ebenfalls dokumentiert. Am 25.01.2026 berichtete aktien.news unter Berufung auf die Financial Times, dass die US-Regierung 1,6 Milliarden Dollar in das Bergbauunternehmen USA Rare Earth investieren werde und im Gegenzug eine Beteiligung von zehn Prozent erhalte. Am 26.01.2026 folgte der Bericht, dass die Trump-Administration im Rahmen eines 1,6 Milliarden Dollar schweren Finanzierungspakets eine Beteiligung von 10 Prozent an USA Rare Earth erwirbt, zusammen mit einer separaten privaten Investition über eine Milliarde Dollar. Am 04.06.2026 meldete aktien.news schließlich, dass USA Rare Earth Vereinbarungen mit dem US-Handelsministerium unterzeichnet hat, die Zugang zu Fördermitteln von bis zu 1,6 Milliarden US-Dollar im Rahmen des CHIPS Act ermöglichen.

Diese Reihe von Meldungen zeigt, dass Washington seine Abhängigkeit von China bei kritischen Mineralien systematisch reduzieren will. Die Hertha-Finanzierung mit direkter staatlicher Eigenkapitalbeteiligung fügt sich in dieses Muster ein.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem ein Signal für die strategische Neuausrichtung der amerikanischen Rohstoff- und Industriepolitik. Der Staat tritt hier nicht nur als Förderer, sondern direkt als Eigenkapitalgeber auf — ein Modell, das in den USA lange unüblich war und nun mehrfach Anwendung findet. Wer in Unternehmen der Seltene-Erden- und Magnetlieferkette investiert ist, sollte die politische Flankierung als zentralen Treiber der Geschäftsmodelle einordnen.

Bemerkenswert ist die breite Investorenbasis: Neben klassischen Wagniskapitalgebern wie Khosla Ventures und Doerr Capital sind mit Toyota Ventures und Siemens Financial Services zwei industrielle strategische Investoren beteiligt. Das deutet darauf hin, dass die Abnehmer von hochreinem Eisen und Magneten selbst ein Interesse an einer gesicherten Lieferkette haben. Gleichzeitig bleibt festzuhalten, dass Hertha Metals ein junges Unternehmen ist, dessen Anlage noch gebaut werden muss und dessen Verfahren sich im kommerziellen Maßstab erst noch beweisen muss. Die genannten Kosten- und Emissionsvorteile sind Unternehmensangaben, keine unabhängig geprüften Werte.

Ausblick

Konkrete Termine nennt das Unternehmen nur wenige. Wenn Hertha Chalyx noch in diesem Jahr den Grundstein legt, sollen die integrierten Anlagen, die sowohl Stahl als auch hochreines Eisen an einem Standort produzieren, US-Herstellern von Magneten und Verteidigungsgütern eine bisher fehlende Quelle bieten. Zudem läuft der Qualifizierungsprozess als Lieferant bei großen US-Produzenten von Seltene-Erden-Magneten weiter. Weitere Angaben zu Zeitplänen, Produktionsstart oder Abnahmeverträgen enthält die Mitteilung nicht.

Kurz erklärt

  • FLEXHERS: Ein vom Unternehmen entwickeltes Schmelzverfahren, das Elektroofentechnologie mit Erdgas oder Wasserstoff verbindet, um Eisen und Stahl herzustellen.
  • NdFeB-Magnete: Permanentmagnete aus Neodym, Eisen und Bor, die in vielen Elektromotoren, Elektronik- und Verteidigungsanwendungen stecken.
  • Series-A-Finanzierung: Eine frühe Wachstumsfinanzierungsrunde für junge Unternehmen, meist nach der Startphase und vor größeren Expansionsrunden.
  • DFARS: Ein US-Regelwerk, das Vorgaben für die Beschaffung von Verteidigungsgütern durch das amerikanische Militär macht.
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