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Telekom und Schwarz bündeln Kräfte für KI-Gigafactory

Gespräche über Finanzierung, Struktur und Standort für EU-gefördertes Rechenzentrum laufen

2 Min
Telekom und Schwarz bündeln Kräfte für KI-Gigafactory

Die Deutsche Telekom und die Schwarz-Gruppe bereiten eine gemeinsame Bewerbung für den Aufbau einer von der Europäischen Union geförderten AI Gigafactory vor. Nach Informationen mehrerer mit dem Projekt vertrauter Personen sprechen beide Unternehmen intensiv miteinander, um ein gemeinsames Konsortium zu bilden. Als möglicher Finanzier gilt der kanadische Investor Brookfield, dessen Beteiligung nach Angaben aus Unternehmenskreisen weit fortgeschritten sein soll, auch wenn eine endgültige Vereinbarung noch aussteht. Die Initiative geht demnach auf die Vorstandschefs beider Konzerne zurück, die die Zusammenarbeit maßgeblich angestoßen haben.

Im Umfeld der Telekom wird bestätigt, dass das Unternehmen anstrebt, die von der EU geplante KI-Großanlage in führender Rolle in Deutschland aufzubauen. Eine Stellungnahme zu einer gemeinsamen Bewerbung mit der Schwarz-Gruppe bleibt jedoch aus. Auch innerhalb der Schwarz-Gruppe gibt es keine offizielle Bestätigung, nachdem ein Spitzenmanager des Konzerns bereits öffentlich den Schulterschluss mit der Telekom angedeutet hatte.

Die EU plant den Bau von mehreren Rechenzentren dieser Größenordnung und stellt hohe Summen zur Verfügung. Für jedes dieser Zentren rechnen verschiedene Akteure der Branche mit Investitionen im Milliardenbereich. Die Anlagen sollen über mindestens 100.000 spezialisierte KI-Chips verfügen, um große Sprachmodelle trainieren zu können. Das Auswahlverfahren ist mehrstufig und zieht sich länger hin als ursprünglich vorgesehen. Aus Deutschland wurden bereits mehrere Interessenbekundungen eingereicht, darunter Beiträge großer Technologieunternehmen und regionaler Netzwerke.

Während sich der Zeitplan der EU verzögert, arbeiten Telekom und Schwarz-Gruppe ihre formelle Bewerbung dennoch konkret aus. Die zuständigen Manager beider Unternehmen koordinieren derzeit interne Abläufe und bereiten die Projektstruktur vor. Die Standortfrage ist dabei ein offener Punkt. Zwar laufen Gespräche mit nordrhein-westfälischen Behörden und Energieversorgern, doch gibt es mehrere konkurrierende Optionen, darunter Orte in Bayern und bestehende Rechenzentrumsstandorte der Schwarz-Gruppe.

Parallel treiben beide Unternehmen bereits eigene KI-Infrastrukturprojekte voran. Die Schwarz-Gruppe baut in Lübbenau ein neues Rechenzentrum, während die Telekom in München eine KI-Fabrik errichtet, die als Vorstufe für eine größere EU-Geförderte Anlage dienen soll. An diesem Projekt beteiligt sich der US-Chipkonzern Nvidia, der nach Angaben aus Kreisen der Telekom einen erheblichen Teil der Investitionen übernimmt.

Im Zusammenhang mit der möglichen Gigafactory fordert die Telekom zudem politische Unterstützung. Das Unternehmen drängt auf Rahmenbedingungen, die europäische Anbieter gegenüber außereuropäischen Cloud-Dienstleistern stärken sollen. Die Bundesregierung arbeitet derzeit an Maßnahmen, um die Nachfrage öffentlicher Stellen zu bündeln und den Aufbau einer eigenen KI-Infrastruktur zu fördern.

Deutsche TelekomSchwarz-GruppeKünstliche IntelligenzEuropäische Union

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