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Allianz-Tochter streicht Stellen durch KI

Automatisierte Prozesse reduzieren Bedarf an Mitarbeitenden in mehreren Ländern

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Allianz-Tochter streicht Stellen durch KI

Allianz Partners bereitet sich darauf vor, in den kommenden Monaten zahlreiche Aufgaben an Künstliche Intelligenz zu übertragen und infolgedessen Personal abzubauen. Nach Angaben von Insidern sollen innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate zwischen 1500 und 1800 Stellen entfallen. Besonders betroffen wären Callcenter-Standorte, da dort viele Tätigkeiten zunehmend von automatisierten Sprachsystemen übernommen werden können. In Deutschland sollen mehr als 100 Arbeitsplätze wegfallen, während ein noch deutlicherer Abbau in anderen europäischen Märkten wie Frankreich, Spanien und Großbritannien erwartet wird.

Das Unternehmen äußerte sich auf Anfrage nicht konkret zu den Zahlen, bestätigte jedoch, dass moderne Technologien wie KI eine zentrale Rolle bei der Anpassung an veränderte Kundenbedürfnisse spielen. Eine Sprecherin erklärte, dass sich das Geschäft unweigerlich wandeln werde und der Einsatz neuer Technologien diesen Wandel beschleunige. Intern sei bereits kommuniziert worden, dass die Automatisierung in bestimmten Bereichen den Bedarf an Personal reduziere.

Mit dem Schritt zählt Allianz Partners zu den ersten Versicherern, die den Zusammenhang zwischen KI-Einsatz und Stellenabbau offen benennen. Die Branche verwies bislang häufig darauf, dass der demografische Wandel in den kommenden Jahren ohnehin zahlreiche Vakanzen schaffen werde. Rund 40 Prozent der Belegschaft in deutschen Versicherungsunternehmen sind über 50 Jahre alt, weshalb neue Technologien bisher vor allem als Ausgleich für bevorstehende Ruhestände präsentiert wurden.

Andere Versicherer betonen weiterhin, keinen aktiven Stellenabbau zu planen. Vertreter wie der R+V-Vorstandsvorsitzende Norbert Rollinger verweisen auf natürliche Fluktuation und erwarten vor allem Effizienzgewinne in der Betrugserkennung und im Schadenmanagement. Trotz dieser Positionen wächst der Druck innerhalb der Branche, da Sprachmodelle und automatisierte Prozesse inzwischen erheblich leistungsfähiger geworden sind und Kundinnen und Kunden digitale Kontaktwege zunehmend bevorzugen.

Bei Allianz Partners arbeiten derzeit rund 22.600 Menschen, davon etwa 14.000 in Callcentern. Branchenkenner berichten, dass hochentwickelte Sprachbots einfache Anfragen wie Adressänderungen inzwischen zuverlässig automatisiert bearbeiten. Der Vorstand Tomas Kunzmann hatte vor einigen Monaten demonstriert, dass der konzerninterne KI-Assistent hunderte parallele Anrufe in mehr als 20 Sprachen verarbeiten kann. Auch andere Versicherer bestätigen, dass die Akzeptanz solcher Systeme bei ihrer Kundschaft deutlich gestiegen ist.

Neben dialogorientierten Anwendungen kommt KI vermehrt beim Auslesen von Dokumenten zum Einsatz. Unternehmen wie Arag berichten von spürbaren Zeitgewinnen bei der Bearbeitung von Verträgen. Gleichzeitig nimmt die Allianz konzernweit die eigene IT-Infrastruktur und Prozesslandschaft in den Blick, um KI-Lösungen künftig skalierbar einzusetzen. Offen bleibt, ob der Stellenabbau perspektivisch auch andere Geschäftsbereiche des Konzerns betreffen könnte.

AllianzKünstliche IntelligenzStellenabbauVersicherung

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