Chinas Konzerne verlagern KI-Training ins Ausland
US-Beschränkungen auf Nvidia-Chips treiben Firmen in südostasiatische Rechenzentren

Mehrere große chinesische Technologieunternehmen verlagern das Training ihrer neuesten Modelle für künstliche Intelligenz verstärkt ins Ausland, um Zugang zu Hochleistungsprozessoren von Nvidia zu erhalten. Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund von Maßnahmen der US-Regierung, die darauf abzielen, den Fortschritt chinesischer Firmen bei fortgeschrittener Technologie einzuschränken. Nach Angaben informierter Personen nutzen Unternehmen zunehmend Rechenzentren in Südostasien, um dort ihre großen Sprachmodelle weiterzuentwickeln.
Unter den Firmen, die ihre technischen Kapazitäten im Ausland einsetzen, befinden sich Alibaba und ByteDance. Beide Unternehmen greifen demnach auf gemietete Serverkapazitäten in Rechenzentren zurück, die von nicht-chinesischen Betreibern betrieben werden. Diese Standorte dienen ihnen dazu, Beschränkungen zu umgehen, die sich aus den US-Vorgaben zum Verkauf bestimmter Nvidia-Chips ergeben. Besonders seit der Entscheidung der US-Behörden, den Vertrieb des H20-Chips im April einzuschränken, sei die Nutzung solcher Offshore-Strukturen deutlich gestiegen.
Während viele Unternehmen auf internationale Infrastruktur angewiesen sind, gibt es Ausnahmen. DeepSeek hatte sich bereits vor den jüngsten Exportverboten einen umfangreichen Bestand an Nvidia-Chips gesichert und kann seine Modelle weiterhin innerhalb Chinas trainieren. Das Unternehmen arbeitet zudem mit chinesischen Chipproduzenten zusammen, die von Huawei angeführt werden. Ziel dieser Kooperation ist es, die nächste Generation chinesischer KI-Chips zu entwickeln und bestehende Komponenten zu optimieren.
Berichte über diese Entwicklungen konnten bisher nicht unabhängig bestätigt werden, da weder die betroffenen Unternehmen noch Nvidia Stellungnahmen abgegeben haben. Auch DeepSeek, Alibaba, ByteDance und Huawei haben auf Anfragen nicht reagiert. Dennoch deuten die bekannten Informationen darauf hin, dass chinesische Unternehmen angesichts der bestehenden Einschränkungen pragmatische Wege suchen, um ihre technologischen Ambitionen fortzuführen und gleichzeitig die Anforderungen des internationalen regulatorischen Umfelds zu berücksichtigen.
Die Nutzung ausländischer Rechenzentren basiert überwiegend auf Leasingmodellen, bei denen die chinesischen Firmen keinen direkten Besitz an den technischen Einrichtungen haben. Dadurch können sie auf bestehende Infrastruktur zurückgreifen, ohne in den Aufbau neuer Anlagen investieren zu müssen. Diese Strategie gewinnt an Bedeutung, da die langfristigen Auswirkungen der US-Politik auf die Verfügbarkeit von Hochleistungschips weiterhin unklar bleiben und Unternehmen nach alternativen Lösungen suchen, um ihre Entwicklungspläne aufrechtzuerhalten.
