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Tankrabatt entlastet Pendler nur teilweise: Diesel bleibt teuer

Die Bundesregierung senkt die Steuern auf Kraftstoff, doch die Ersparnis an der Zapfsäule fällt je nach Spritart unterschiedlich aus.

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Tankrabatt entlastet Pendler nur teilweise: Diesel bleibt teuer

Seit dem 1. Oktober greift der neue Tankrabatt der Bundesregierung und soll Autofahrer bis Ende Dezember entlasten. Konkret sinkt die Energiesteuer um 14 Cent pro Liter, die Mehrwertsteuer um weitere 3 Cent. An der Zapfsäule summiert sich die Entlastung damit auf 17 Cent je Liter – ein Betrag, der bei regelmäßigem Tanken spürbar, aber nicht in jedem Fall ausreichend ist.

Wie unterschiedlich die Wirkung ausfällt, zeigt das Beispiel von Anja Genehr. Die Bürokauffrau pendelt zwischen Oberhausen und Witten und legt dabei rund 100 Kilometer zurück. Sie tankt zwei bis drei Mal im Monat und spart durch den Rabatt nach eigener Rechnung sechs bis sieben Euro. Ihr Wunschpreis liegt bei 1,60 Euro für den Liter Super – ein Niveau, von dem die aktuellen Notierungen weiter entfernt sind.

Denn am 28. Oktober kostete Superbenzin 2,13 Euro je Liter, Diesel sogar 2,29 Euro. Damit bleibt Diesel trotz identischer Steuerentlastung die teurere Kraftstoffart. Der Blick auf die Preisentwicklung der vergangenen 60 Tage zeigt zudem ein gespaltenes Bild: Während der Benzinpreis im Mittel deutlich sank, bewegte sich der Dieselpreis kaum nach unten.

Diesel als Sorgenkind

Für die anhaltende Diesel-Schwäche gibt es strukturelle Gründe. Diesel ist krisenanfälliger als Benzin, weil er nicht nur den Verkehr, sondern auch die Industrie versorgt – und dort teilweise als Ersatz für Gas dient. Steigt die Nachfrage aus der Wirtschaft, schlägt das auf den Preis durch. Hinzu kommt der zuletzt gestiegene Rohölpreis, der die Spielräume an der Zapfsäule verkleinert.

Die weltpolitische Lage verschärft die Situation. Beschädigte Pipelines in Saudi-Arabien beeinträchtigen das Angebot, und die Huthi-Rebellen kontrollieren seit Anfang September eine wichtige Meerenge. Thomas Puls vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) bringt die Kernfrage auf den Punkt: "Am Ende geht es darum: Gibt es genug Kraftstoff auf dem Weltmarkt? Die Antwort ist bisher: nein". Eine Entspannung erwarten die Mineralölkonzerne daher erst bei Friedenssignalen.

Streit um die Weitergabe des Rabatts

Ob der Rabatt überhaupt bei den Verbrauchern ankommt, wird kontrovers diskutiert. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) kam in einer Berechnung vom 15. Oktober zu dem Ergebnis, dass knapp zwei Drittel der Entlastung bei den Verbrauchern angekommen sind. Das ifo Institut untersuchte den Zeitraum vom 21. bis 27. Oktober und stellte fest, dass sich der Rabatt beim Benzin nahezu vollständig niederschlägt, beim Diesel dagegen eine Differenz von drei Cent besteht.

Kritik gibt es auch mit Blick auf frühere Maßnahmen. Beim Tankrabatt im Mai und Juni war die Entlastung nicht vollständig weitergegeben worden. Die Mineralölwirtschaft bestreitet eine unvollständige Weitergabe entschieden. Ein Sprecher des Wirtschaftsverbands Fuels und Energie verweist auf das eigene Vorgehen: "Die Markentankstellen hatten die Preise mit Beginn der Steuerentlastung am 1. Oktober um Mitternacht um 17 Cent je Liter gesenkt und halten dies weiterhin durchweg aufrecht."

Der Tankstellen-Interessenverband e.V. sieht den Rabatt dagegen kritisch. Dessen Pressesprecher Herbert Rabl formuliert dennoch: "Der 'Tankrabatt' hat erreicht, was er erreichen wollte". Laut Rabl verdienen die Tankstellenbetreiber selbst nicht am Rabatt.

Was das für Autofahrer bedeutet

Für Privatanleger und Pendler lohnt sich ein genauer Blick auf die Preisentwicklung. Die 17 Cent Entlastung sind ein fester Bestandteil des Preises, doch ob daraus eine dauerhafte Ersparnis wird, hängt stark vom Weltmarktpreis für Benzin und Diesel ab – und der liegt außerhalb des Einflusses der Politik. Beobachter verweisen darauf, dass ein Spritpreisdeckel, der für das kommende Jahr beschlossen wurde, eine möglicherweise wirksamere Maßnahme sein könnte als ein zeitlich befristeter Steuernachlass.

Bis dahin gilt: Wer regelmäßig tankt, profitiert vom Rabatt, sollte aber die Entwicklung an den Zapfsäulen weiter verfolgen. Denn die Differenz zwischen Benzin und Diesel zeigt, dass die Entlastung nicht überall gleich stark ankommt.

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