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Studie: Dividendenwachstum liefert 13% Rendite bei deutlich weniger Risiko

Eine Ned-Davis-Research-Studie zu S&P-500-Werten von 1973 bis 2025 zeigt: Dividendenwachstumsaktien erzielten höhere Renditen bei geringerer Schwankung.

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Studie: Dividendenwachstum liefert 13% Rendite bei deutlich weniger Risiko

Dividendenwachstumsaktien haben über die vergangenen 50 Jahre hinweg bessere Renditen erzielt als der breite Markt – und das bei nachweislich geringerem Risiko. Das ist das zentrale Ergebnis einer aktuellen Studie von Ned Davis Research, die S&P-500-Werte im Zeitraum von 1973 bis 2025 untersuchte. Die Analyse stellt damit eine der allgemein anerkannten Regeln des Investierens infrage: dass Anleger für ein höheres Renditepotenzial zwingend mehr Risiko eingehen müssen.

Konkret erwirtschafteten Unternehmen, die ihre Dividende steigerten oder eine neue Dividende ausschütteten, durchschnittlich 13% pro Jahr. Nicht-Ausschütter kamen im selben Zeitraum auf eine durchschnittliche jährliche Gesamtrendite von 11,5%. Der Dividendenstatus einer Aktie erwies sich damit als sehr aussagekräftig – ein Befund, der vor allem für Privatanleger relevant ist, die langfristig und breit gestreut investieren.

Auch in den übrigen Kategorien zeigte sich ein klares Muster. Ausschütter, die ihre Ausschüttung unverändert ließen, erzielten rund 11,1% pro Jahr. Dividendenkürzer oder Unternehmen, die ihre Ausschüttung ganz strichen, verbuchten die schwächste Performance der untersuchten Gruppen. Der Autor der Analyse warnt zugleich vor überzogenen Erwartungen: "Diese Strategie ist weder aufregend noch auffällig", schreibt er – Dividendenwachstumsaktien hätten Anlegern aber über fünf Jahrzehnte hinweg Wert geliefert.

Die Details

Der Grund für die Performance-Unterschiede liegt nach Einschätzung der Studie in der Gesundheit der Bilanz. Unternehmen, die ihre Dividende erhöhen, befinden sich in der Regel in einer besseren Verfassung, weil sie die dafür notwendigen Cashflows erwirtschaften. Dividendenkürzer stehen dagegen wahrscheinlich vor irgendeiner Form finanzieller Schwierigkeiten – was sich auch in ihren Aktienkursen widerspiegelt.

Besonders bemerkenswert: Die höheren Renditen der Dividendenwachstumsaktien wurden nicht durch die Übernahme eines zusätzlichen Risikos erkauft. Die Studie ermittelte für Dividendenwachstumsunternehmen einen historischen Beta-Faktor von 0,94, verglichen mit einem Beta von 1,11 bei Nicht-Ausschüttern. Das entspricht einem Abschlag von 15%. Ein Beta unter 1 bedeutet, dass ein Wert weniger stark schwankt als der Gesamtmarkt.

Auch die Standardabweichung der historischen Renditen – ein statistisches Maß für die Schwankungsintensität – führt zu einem ähnlichen Schluss: Dividendenwachstumsunternehmen wiesen 27% weniger Volatilität auf. Anleger erhielten in der Vergangenheit also mehr Rendite bei weniger Risiko.

Für die Umsetzung dieser Strategie nennt die Analyse drei ETFs, die unterschiedlich strenge Filter anlegen:

  • Der iShares Core Dividend Growth ETF (DGRO) verwendet einen der lockereren Filter. Unternehmen müssen mindestens fünf aufeinanderfolgende Jahre mit Dividendenwachstum vorweisen und eine Ausschüttungsquote von weniger als 75% haben. Das zweite Kriterium soll sicherstellen, dass das Dividendenwachstum nachhaltig ist.
  • Der Vanguard Dividend Appreciation ETF (VIG) stellt mit zehn Jahren Dividendenwachstum eine strengere Anforderung. Zudem eliminiert er die Top 25% der höchstdividenden qualifizierten Aktien, um das Risiko von Yield-Traps zu reduzieren, die die Performance schädigen könnten.
  • Der ProShares S&P 500 Dividend Aristocrats ETF (NOBL) verlangt eine 25-jährige Historie an Dividendenwachstum und tendiert aufgrund der langfristigen Beständigkeit und Reife der gehaltenen Unternehmen dazu, der defensivste der Gruppe zu sein.

Hintergrund: Was bisher geschah

Dividendenwachstum ist bei aktien.news kein neues Thema. Bereits am 27.06.2026 berichtete aktien.news über den Vanguard Dividend Appreciation ETF (VIG) und stellte fest, dass viele Anleger bei der Suche nach regelmäßigen Ausschüttungen zuerst an ETFs mit hoher Dividendenrendite denken – dabei aber das Dividendenwachstum übersehen. Damals hieß es, der VIG habe in den vergangenen zehn Jahren eine annualisierte Gesamtrendite von 13,3 Prozent erzielt, bilde den S&P U.S. Dividend Growers Index ab und umfasse insgesamt 331 Dividendenaktien, die ihre Dividende seit mindestens zehn aufeinanderfolgenden Jahren kontinuierlich erhöht haben.

Nur zwei Tage später, am 29.06.2026, rückte aktien.news den State Street SPDR Portfolio S&P 500 High Dividend ETF (SPYD) in den Fokus, der mit einer Dividendenrendite von 4,4% und defensivem Charakter eine andere Ausrichtung verfolgt und in die 80 renditestärksten Aktien des S&P 500 investiert. Am 12.07.2026 folgte die Einordnung "Passives Einkommen 2026: Warum Dividendenwachstum Hochrendite schlägt" mit dem Kernargument, dass nicht die aktuelle Ausschüttungshöhe entscheidend ist, sondern die Gesamtrendite aus Kursgewinnen und Dividendenzahlungen über den gesamten Anlagezeitraum. Am 22.09.2026 wagte aktien.news schließlich die Prognose, ein Dividendenwachstums-ETF werde den SCHD übertreffen – verbunden mit dem Hinweis, dass vergangene Performance keine Garantie für zukünftige Ergebnisse ist.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist der Befund insofern relevant, als er die klassische Risiko-Rendite-Abwägung relativiert. Wer zusätzlich zur Gesamtrendite auf stetig steigende Ausschüttungen setzt, konnte in der Vergangenheit von zwei Effekten gleichzeitig profitieren: einer höheren jährlichen Rendite und geringeren Kursschwankungen. Die Bilanzqualität der Unternehmen – also die Fähigkeit, Dividenden aus dem operativen Cashflow zu bedienen – dient dabei als Qualitätsfilter.

Zu beachten ist, dass die drei genannten ETFs US-amerikanische Aktien abbilden. Deutsche Anleger sollten deshalb die steuerliche Behandlung von Ausschüttungen und das Währungsrisiko gegenüber dem US-Dollar berücksichtigen. Zudem handelt es sich bei den Studienergebnissen um Vergangenheitswerte. Der Autor weist selbst darauf hin, dass Dividendenwachstumsaktien nicht in jeder Marktsituation die beste Performance liefern werden. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Die Analyse wurde am 27. September 2026 veröffentlicht und nennt keine konkreten Termine oder Prognosewerte für die Zukunft. Sie endet mit dem Hinweis, dass es klare Anzeichen dafür gibt, dass Dividendenwachstumsaktien als langfristige Position in einem Portfolio ein sehr attraktives Risiko-Ertrags-Verhältnis bieten können. Der Besitz qualitativ hochwertiger Unternehmen, die sich verpflichtet haben, Aktionäre Jahr für Jahr zu belohnen, sei eine Strategie, die in nahezu jedem Portfolio ihren Platz habe. Auch die früheren Berichte von aktien.news betonen, dass die vergangene Wertentwicklung keine Garantie für künftige Ergebnisse ist.

Kurz erklärt

  • Beta: Kennzahl dafür, wie stark ein Wert im Verhältnis zum Gesamtmarkt schwankt.
  • Standardabweichung: Statistisches Maß für die Streuung von Renditen um ihren Durchschnitt und damit für das Risiko.
  • Dividendenwachstum: Anlagestrategie, die auf Unternehmen setzt, welche ihre Ausschüttung kontinuierlich erhöhen.
  • Ausschüttungsquote: Anteil des Gewinns, den ein Unternehmen als Dividende an seine Aktionäre zahlt.
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