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Funflation: Hobby-Preise steigen, doch US-Verbraucher geben weiter aus

Bank-of-America-Analyse zeigt: Die Ausgaben für Hobbys stiegen im August um 7,9 Prozent – trotz steigender Freizeitkosten.

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Funflation: Hobby-Preise steigen, doch US-Verbraucher geben weiter aus

In den USA wird das Hobby zum Kostenfaktor: Laut einer aktuellen Analyse der Bank of America haben die Verbraucher im August 2026 im Jahresvergleich 7,9 Prozent mehr für Hobbys ausgegeben. Das ist doppelt so stark wie das Wachstum der tatsächlichen Transaktionen, das bei 3,4 Prozent lag. Damit kaufen die Amerikaner nicht nur mehr Hobbyartikel, sondern geben für diese Hobbys auch spürbar mehr Geld aus.

Der Trend hat einen Namen: „Funflation“. Der Begriff beschreibt die steigenden Preise für Freizeitaktivitäten. Erfasst werden dabei Ausgaben von Kunst- und Bastelbedarf über Fachgeschäfte bis hin zu Einzelhändlern, die Ski-, Wander-, Camping- oder Tauchausrüstung verkaufen. Reisen klammert die Bank-Analyse bewusst aus.

„Funflation bezeichnet die steigenden Kosten für Freizeitaktivitäten, was sich in den Preisen für alles vom Benzin für Wochenendausflüge bis hin zu Eis am Strand zeigt“, sagte John Gathergood, Wirtschaftswissenschaftler an der University of Nottingham in Großbritannien, gegenüber CNBC.

Ein Muster, das sich in den Daten zeigt

Die offiziellen Zahlen stützen den Befund. Der Index für Unterhaltung im Consumer Price Index (CPI) des U.S. Bureau of Labor Statistics, der Video- und Audioausrüstung, Haustiere und Tierversorgung, Sportartikel, Fotografie sowie freizeitbezogene Lektüre umfasst, stieg in den zwölf Monaten bis August um 2,7 Prozent. Noch deutlicher fiel die Umsatzentwicklung aus: In Geschäften für Sportartikel, Hobbys, Musikinstrumente und Bücher kletterten die Erlöse im selben Zeitraum um 10,7 Prozent. Damit übertrafen sie das Wachstum der gesamten Einzelhandels- und Gastronomieumsätze in den USA, die laut dem Advance Monthly Retail Trade Report des U.S. Census Bureau um 6 Prozent zulegten.

Gathergood erklärt den Mechanismus dahinter mit der Bereitschaft der Verbraucher, zwischen Aktivitäten zu wechseln: „Mehr Hobbys zu Hause könnten Urlaube ersetzen. Mehr selbst gekochtes Essen könnte Restaurantbesuche ersetzen. Daher geben die Menschen möglicherweise mehr für Hobbys aus, verbrauchen aber weniger für andere Aktivitäten, die durch diese Hobbys ersetzt werden.“

Reisen werden teurer

Die Analysten der Bank of America sehen einen möglichen Auslöser für das kräftige Wachstum der Hobbyausgaben in den vergangenen Monaten: Viele Verbraucher versuchten offenbar, den „Wegfall von Reisen aufgrund höherer Preise durch steigende Kraftstoffkosten“ auszugleichen. Hintergrund ist der Krieg zwischen den USA und dem Iran, der die Jet-Treibstoffpreise springen ließ. In der Woche bis zum 18. September lagen die Preise für Kerosin bei 194 US-Dollar pro Barrel – ein Anstieg von 116 Prozent gegenüber dem Durchschnitt des Vorjahres, wie aus dem Jet Fuel Price Monitor der International Air Travel Association hervorgeht. Die Inlandsflugpreise in den USA stiegen im August laut Bundesdaten um 26,5 Prozent im Jahresvergleich.

„Indem sie auf Auslandsreisen verzichten, können Verbraucher beträchtliche Bargeldmengen freisetzen, um sie für Hobbys zu Hause auszugeben“, so Gathergood.

Dan Wasiolek, Senior Equity Analyst bei Morningstar, sagte gegenüber CNBC, die COVID-19-Pandemie habe einen Trend hin zu „Ausgaben für Erfahrungen statt für ‚Sachen‘“ beschleunigt – und das, obwohl das Verbrauchervertrauen und die Sparquote unter Druck geraten. Einkommensstärkere Familien reisten trotz höherer Kosten weiter, so Wasiolek. Auch normale Amerikaner gaben an, im Sommer für Reisen ausgeben zu wollen: Laut einer PWC-Umfrage unter mehr als 2.000 Erwachsenen im April planten sie, im Sommer durchschnittlich fast 2.900 US-Dollar für Reisen auszugeben. Rund 71 Prozent der Befragten erwarteten, gleich viel oder mehr als im vorherigen Sommer auszugeben.

Gen Z versus Millennials

Bei der Frage, wer wie viel ausgibt, zeigen sich laut Bank of America deutliche Unterschiede zwischen den Generationen. In den drei Monaten bis August hatten ältere Millennials die höchsten Ausgaben für Hobbys – pro Verbraucher gaben sie mehr als doppelt so viel aus wie die Generation Z, die die Bank als Gruppe mit den geringsten Ausgaben identifizierte. „Für uns deutet dies darauf hin, dass diese Generationen wahrscheinlich den Großteil ihrer Ausgaben für günstigere Hobbys wie Kunst, Handwerk und Brettspiele verwenden“, schrieben die Analysten. „Es ist auch möglich, dass dies eine Hinwendung zu eher ‚granny core‘-Aktivitäten wie Stricken, Nähen oder Backen widerspiegelt.“

Ein Bereich wuchs dagegen in allen Altersgruppen kräftig: Die Pro-Kopf-Ausgaben für Videospiele stiegen in den zwölf Monaten bis August durchweg. Selbst die Generation Z, die den geringsten Zuwachs verzeichnete, gab 20 Prozent mehr für Videospiele aus.

Für deutsche Anleger ist der Trend vor allem ein Signal über die Konsumstärke in den USA: Die Verbraucher halten an Erlebnisausgaben fest und verschieben ihre Budgets – weg von Reisen, hin zu Hobbys. Ob sich die „Funflation“ weiter beschleunigt, dürfte maßgeblich von den Energiepreisen und der Reisebereitschaft abhängen.

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