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SEC öffnet US-Märkte für Handel mit tokenisierten Aktien

SEC erlaubt Handel mit tokenisierten Aktien unter strengen Auflagen

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SEC öffnet US-Märkte für Handel mit tokenisierten Aktien

Die US-Börsenaufsicht SEC öffnet die Märkte für den Handel mit tokenisierten Aktien. Mit einer lang erwarteten Anordnung schafft die Behörde einen regulatorischen Rahmen für blockchain-basierte Wertpapierrepräsentationen. Der Schritt dürfte Krypto-Unternehmen noch stärker in die traditionellen Aktienmärkte integrieren und den Wettbewerb mit etablierten Börsenplätzen verschärfen.

Tokenisierte Aktien sind blockchain-basierte Repräsentationen traditioneller Wertpapiere. Befürworter argumentieren, dass sie es Anlegern ermöglichen, diese rund um die Uhr zu handeln, günstiger als herkömmliche Aktien und leichter als Sicherheiten zu nutzen. Die SEC gewährt Plattformen, die tokenisierte Aktien handeln wollen, eine fünfjährige Befreiung von vielen Vorschriften, die für Börsen wie Nasdaq und die New York Stock Exchange gelten.

Regulatorische Rahmenbedingungen und Schutzmechanismen

Die sogenannte Innovationsausnahme der SEC sieht klare Regeln vor. Unternehmen wie Robinhood, die tokenisierte Aktien in den USA anbieten wollen, müssen dem Unternehmen, dessen Aktien sie tokenisieren möchten, „schriftlich Bescheid geben und eine Möglichkeit zur Einwendung“ bieten. Die blockchain-basierten Token müssen Investoren zudem „die gleichen Rechte und Privilegien“ gewähren wie traditionelle Aktien, einschließlich Stimmrechten. Der Handel mit ihnen muss gleichzeitig mit etwaigen Handelsstopps an traditionellen Börsenplätzen eingestellt werden.

Diese Vorgaben haben weitreichende Konsequenzen für bestehende Geschäftsmodelle. Emittenten wie Robinhood und Payward, der Eigentümer der Kryptobörse Kraken, müssen die Modelle ändern, die sie derzeit Anlegern außerhalb der USA anbieten. Bislang fragen sie bei Emittenten nicht um Erlaubnis, deren Aktien gelistet werden sollen, und Nutzer haben keine direkten Stimmrechte. Die Token fungieren stattdessen im Wesentlichen als Derivate, die den Aktienkurs eines Unternehmens nachbilden. Die Firmen können dieses Derivat-Modell weiterhin für Anleger außerhalb der USA anbieten.

Kritik an tokenisierten Aktien ohne Emittentenzustimmung

Die SEC-Anordnung fällt zusammen mit zunehmender Kritik an der Verbreitung von Aktien-Token. Insbesondere Unternehmen, deren Aktien ohne ihre Zustimmung tokenisiert werden, wehren sich. Der Chef der Kinokette AMC, Adam Aron, griff Robinhood diesen Monat scharf an. „Wir haben damit überhaupt nichts zu tun und billigen dies auf keine Weise“, erklärte er. In einer Reihe von Beiträgen auf X bezeichnete er das Angebot als „quasi-falschen Markt“.

Auch innerhalb der Krypto-Branche gibt es Vorbehalte gegen das Derivat-Modell. Carlos Domingo, Chief Executive von Securitize, einem Unternehmen, das dabei hilft, Aktien direkt auf die Blockchain zu bringen, sagte: „Tokenisierung sollte den Aktienbesitz modernisieren, nicht eine parallele Version davon schaffen, ohne dass das Unternehmen beteiligt ist.“ Vor der jüngsten Regel der SEC hatten nur wenige Unternehmen direkte Emissionen durchgeführt. Das Blockchain-Technologieunternehmen Figure Technology Solutions gab im Februar seine eigenen Eigenkapitalanteile auf die Blockchain aus.

Politische Dimension und Ausblick

Die Innovationsausnahme der SEC kommt zu einem Zeitpunkt, an dem erwartet wird, dass die Rolle der Behörde bei der Festlegung von Regeln für die Kryptoindustrie angesichts fehlender US-Gesetze zunehmen wird. Ein wegweisendes US-Kryptogesetz, bekannt als Clarity Act, konnte diese Woche im Senat nicht vorangebracht werden, da Demokraten darauf bestanden, Donald Trumps Möglichkeiten, aus der Branche digitaler Vermögenswerte zu profitieren, stärker zu begrenzen.

Matthieu de Vergnes von der Tokenisierungsfirma Ondo Finance argumentiert, dass Derivate, die an Aktien gekoppelt sind, bereits existieren – wie etwa aktiengekoppelte Noten oder American Depositary Receipts, die US-Anlegern Zugang zu ausländischen Aktien bieten. „Es ist am wichtigsten sicherzustellen, dass es reguliert ist und eng mit dem tatsächlichen Markt verknüpft ist“, sagte er.

Krypto-Unternehmen versuchen hartnäckig, mit etablierten Börsen und Brokerages zu konkurrieren, indem sie Kunden Zugang zu tokenisierten Aktien verschaffen. Sie gehen weitgehend davon aus, dass Aktien, Anleihen, Rohstoffe und andere Vermögenswerte irgendwann rund um die Uhr über die Blockchain gehandelt werden. Die fünfjährige Befreiung von vielen Börsenvorschriften gibt der Branche nun einen klaren regulatorischen Rahmen, um diese Vision voranzutreiben – allerdings unter strengeren Auflagen als bisher.

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