US-Sanktionen gegen iranische Krypto-Börse BitBank verschärft
US-Finanzministerium sanktioniert iranische Krypto-Börse BitBank wegen Millionen-Transfers an Revolutionsgarde.

Die US-Regierung hat ihre Sanktionspolitik gegenüber Iran weiter verschärft und nimmt nun gezielt die digitale Vermögensinfrastruktur des Landes ins Visier. Am Donnerstag verhängte das US-Finanzministerium (Treasury Department) Sanktionen gegen die iranische Kryptowährungsbörse BitBank, die von dem bereits sanktionierten Finanzier Babak Zanjani kontrolliert wird.
Die Behörde wirft der Börse vor, Zahlungen für Schiffe abzuwickeln, die durch die strategisch wichtige Straße von Hormus fahren. Das Treasury Department erklärte, BitBank habe Hunderte von Millionen US-Dollar an die Islamische Revolutionsgarde (IRGC) überwiesen. Die Börse wird als zentrales Element der iranischen Infrastruktur zur Umgehung von Sanktionen auf Basis digitaler Vermögenswerte charakterisiert.
Laut einer Erklärung des Treasury Department wurde BitBank genutzt, um Gelder in die Hormuz Safe Marine Services Authority Irans zu transferieren. Damit wird deutlich, dass die US-Behörden zunehmend den Kryptosektor als Schwachstelle in den Sanktionsregimen identifizieren.
Hintergrund: Babak Zanjani und seine Rolle
Babak Zanjani ist seit Jahren eine prominente Figur in den iranischen Netzwerken zur Umgehung von Sanktionen. Die iranischen Behörden sprachen ihm 2016 wegen Unterschlagung die Todesstrafe aus. Sein Urteil wurde im Jahr 2024 herabgesetzt. Im darauffolgenden Jahr kehrte er als Unterstützer wirtschaftlicher Projekte der iranischen Regierung zurück.
Die aktuellen Sanktionen gegen BitBank sind Teil des Programms „Operation Economic Outcast“ des Treasury Department. Dieses Programm zielt darauf ab, Iran wirtschaftlich zu isolieren und dessen globale finanzielle, kommerzielle und logistische Netzwerke zu stören. Der Fokus liegt dabei auf dem illegalen Ölhandel Irans sowie auf finanziellen Vermittlern, Wechselstuben und Schifffahrts-, Luftfahrt- und Frontgesellschaften.
Ausweitung der Sanktionen auf das Umfeld
Die USA haben zudem die Pishtaz Simorgh Electronic Trade Company sanktioniert, den Softwareentwickler, der BitBank erstellt hat. Darüber hinaus wurden drei enge Verbündete Zanjani mit Sanktionen belegt: Hossein Ali Zaker Hossein, Mohammad Mahdi Zaker Hossein und Seyed Adel Heidari.
Bereits im Januar hatte das Treasury Department Sanktionen gegen Zanjani und seine beiden größten digitalen Vermögensprojekte, Zedcex Exchange Limited und Zedxion Exchange Limited, bekannt gegeben. Damals warfen die US-Behörden Zanjani vor, Geldwäsche für die IRGC zu betreiben.
Die Maßnahmen zeigen, dass die US-Regierung ihre Strategie gegen iranische Sanktionsumgehung konsequent ausweitet. Kryptowährungsbörsen und digitale Vermögenswerte rücken dabei zunehmend in den Fokus, da sie traditionelle Finanzwege umgehen können. Für deutsche Anleger ist dies ein weiteres Signal, dass der Handel mit Kryptowährungen aus sanktionierten Ländern erhebliche rechtliche Risiken birgt. Die US-Behörden verfügen über weitreichende Instrumente, um auch digitale Finanzströme nachzuverfolgen und zu unterbinden.
