Robinhood-Aktie steigt nach SEC-Tokenisierungsrichtlinien um sechs Prozent
SEC veröffentlicht Tokenisierungsrichtlinien – Robinhood-Aktie legt um sechs Prozent zu

Die Aktien von Robinhood Markets (Nasdaq:HOOD) legten am Donnerstag um sechs Prozent zu, nachdem die US-Börsenaufsicht SEC neue Leitlinien zum Handel mit tokenisierten Wertpapieren veröffentlicht hatte. Die sogenannte „Innovation Exemption“ schafft einen zeitlich befristeten Rechtsrahmen für den Onchain-Handel mit digitalen Aktien in den Vereinigten Staaten.
Die SEC setzte ihren Plan durch, nachdem der sogenannte „Clarity Act“ bei einer Abstimmung im US-Senat am Dienstag gescheitert war. Anstatt auf eine gesetzliche Regelung zu warten, handelte die Behörde eigenständig und legte ein Fünfjahresprogramm vor, das ausgewählten Handelsplätzen den Umgang mit tokenisierten Aktien erlaubt.
Zwei Formen der befristeten Ausnahme
Die Innovation Exemption gewährt zwei Arten einer vorübergehenden, bedingten Befreiung von bestimmten Vorschriften des Securities Exchange Act von 1934. Erstens werden bestimmte Handelsplätze, die als Tokenized Securities Venues (TSV) bezeichnet werden, von der Definition einer „Börse“ ausgenommen. Zweitens werden bestimmte Liquiditätsanbieter von der Definition eines „Händlers“ (Dealer) ausgenommen.
SEC-Vorsitzender Paul S. Atkins bezeichnete die Maßnahme als „einen bedeutenden Schritt, der innerhalb der gesetzlichen Befugnisse unternommen wird, um die amerikanischen Kapitalmärkte durch die Erleichterung des Onchain-Handels mit bestimmten tokenisierten Aktien in das digitale Zeitalter zu führen.“ Die Befreiung folgt auf den vor über einem Jahr gestarteten „Project Crypto“-Ansatz der SEC, der darauf abzielt, die Regulierungen zu modernisieren und den Finanzmärkten den Übergang zu Onchain-Lösungen zu ermöglichen.
Anlegerschutz als zentrale Auflage
Die Innovation Exemption enthält mehrere Auflagen zum Schutz der Anleger. TSVs müssen US-amerikanische Unternehmen sein und die Sanktionsprogramme des Büros für ausländische Vermögenswerte (Office of Foreign Assets Control) einhalten. Die Handelsplätze müssen zudem Standards festlegen, die nur bestimmten Teilnehmern den Handel mit tokenisierten Aktien gestatten.
Tokenisierte Wertpapiere müssen den Inhabern dieselben Rechte wie traditionelle Wertpapiere gewähren. Dazu gehören Dividenden- und Stimmrechte. Emittenten behalten sich zudem das Recht vor, Einspruch einzulegen und den Handel ihrer Wertpapiere auf einem TSV zu verhindern. Die SEC gab an, dass die vorübergehende Befreiung den Handel mit tokenisierten Aktien ermöglichen soll, während die Kommission zusätzliche regulatorische Maßnahmen prüft.
Branche zeigt sich verhalten optimistisch
Während die Befreiung Chancen für Krypto-Unternehmen bietet, die Zugang zu den US-Märkten suchen, haben Teilnehmer der Branche Bedenken geäußert, dass eine zukünftige Verwaltung die Leitlinien ohne gesetzliche Grundlage rückgängig machen könnte. Da es sich um eine behördliche und nicht um eine gesetzliche Regelung handelt, bleibt die Innovation Exemption anfällig für politische Kurswechsel.
Für Robinhood Markets, das sowohl klassische Wertpapiergeschäfte als auch Kryptohandel anbietet, eröffnet die neue Regelung potenziell neue Geschäftsfelder. Die Aktie reagierte entsprechend positiv auf die Nachricht. Der Markt bewertet die Fähigkeit des Unternehmens, als TSV oder Liquiditätsanbieter im tokenisierten Wertpapierhandel zu agieren, als Wachstumschance.
Die SEC betont, dass die Innovation Exemption ein erster Schritt sei. Weitere regulatorische Maßnahmen sollen folgen, um den Rechtsrahmen für digitale Wertpapiere in den USA dauerhaft zu verankern. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von der politischen Unterstützung und der weiteren Entwicklung des Kryptomarktes ab.
