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Next hebt Prognose an: Rekord-Steuerlast trübt starke Halbjahresbilanz

Next hebt Gewinnprognose an, warnt aber vor Rekord-Steuerbelastung in Großbritannien.

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Next hebt Prognose an: Rekord-Steuerlast trübt starke Halbjahresbilanz

Der britische Mode- und Homehändler Next (LSE:NXT) hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr erneut angehoben. Grundlage sind starke Halbjahreszahlen, die sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Markterwartungen übertrafen. Zugleich warnt das Unternehmen jedoch vor den wachsenden Belastungen durch die Steuerpolitik der britischen Regierung.

Die Guidance für den vorsteuerlichen Jahresgewinn wurde von zuvor 1,243 Milliarden Pfund auf 1,255 Milliarden Pfund angehoben. Dies würde einem Wachstum von 10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen. Die Vollpreisumsätze sollen um 6,7 Prozent auf rund 6 Milliarden Pfund steigen. ii-Chefmarktanalyst Richard Hunter spricht von einer „schwanenhaften Performance“ der Gruppe: „mit sichtlich ruhigen und eleganten Bewegungen, die von unsichtbarer, harter Arbeit angetrieben werden“.

Starke Halbjahreszahlen übertreffen die Erwartungen

Im ersten Halbjahr stiegen die Umsätze um 9 Prozent auf 3,54 Milliarden Pfund und lagen damit deutlich über der Marktprognose von 3,42 Milliarden Pfund. Der vorsteuerliche Gewinn wuchs um 10,5 Prozent auf 569 Millionen Pfund. Allein im zweiten Quartal legten die Vollpreisumsätze um 7,7 Prozent zu, die Gruppenumsätze um 9 Prozent.

Als Gründe für die Überperformance nennt Next wärmere Wetterbedingungen, die Freisetzung unterdrückter Nachfrage im Nahen Osten und Nordeuropa nach einem ruhigen ersten Quartal sowie ein höheres profitables Marketingbudget. Besonders das internationale Geschäft entwickelte sich dynamisch: Das Vollpreisumsatzwachstum lag hier bei 23,9 Prozent im Halbjahr, im Vergleich zu vor zwei Jahren sogar bei 59 Prozent.

Internationales Wachstum als entscheidender Treiber

Next verfolgt nach eigenen Angaben einen „forensischen Ansatz“ bei jeder einzelnen Geschäftslinie. Das führt zu einer Vielzahl kleiner und inkrementeller Erfolge, die in der Summe ein unermüdliches Wachstum bewirken. Im internationalen Geschäft wirken mehrere Faktoren zusammen. Digitales Marketing hat sich als so erfolgreich erwiesen, dass es weitere Investitionen in diesem Bereich ermöglicht – ein positiver Kreislauf.

Zudem ist Next der Ansicht, dass sich die internationalen Kleidungsvorlieben allmählich angleichen. Dies sei nicht zuletzt auf die zunehmende visuelle Wirkung und Attraktivität des Internets sowie den Aufstieg von Streaming-Diensten zurückzuführen, die zunehmend von jüngeren Zielgruppen genutzt werden.

Herausforderungen im britischen Einzelhandel

Im Heimatmarkt Großbritannien verzeichnete Next im physischen Einzelhandel einen Rückgang der Ladenumsätze um 1,7 Prozent über sechs Monate. Zwar wurde dies durch Stärke an anderen Standorten mehr als ausgeglichen, doch bleibt dies ein Bereich, auf den Next seinen Fokus richten wird.

Die eigene Next-Marke in Großbritannien verzeichnete zudem einen leichten Umsatzrückgang. Das Unternehmen führt dies unter anderem darauf zurück, dass der Vorteil aus der Cyber-Störung bei Marks & Spencer im vergangenen Jahr inzwischen vorüber ist. Zudem könnte der Erfolg der vollständig im Besitz der Gruppe befindlichen sowie der Drittanbietermarken einen Substitutionseffekt auf die eigene Marke gehabt haben.

Steuerbelastung auf höchstem Stand seit 60 Jahren

Breiter betrachtet sieht sich Next mit erheblichen Gegenwinden konfrontiert. Steigende Inflation, höhere Hypothekenzinsen und die Möglichkeit weiterer Steuererhöhungen im kommenden Budget könnten die Konsumentennachfrage dämpfen. Next weist zutreffend darauf hin, dass die staatliche Steuerbelastung in Großbritannien auf ihrem höchsten Niveau seit über 60 Jahren liegt. Weitere Steuererhöhungen könnten das Wachstum ersticken und die Finanzen in einem Teufelskreis weiter verschlechtern.

Hinzu kommen die Auswirkungen des aktuellen Konflikts im Nahen Osten. Next hat 47 Millionen Pfund für zusätzliche Kosten zurückgestellt, wobei dieser Betrag durch Einsparungen und Preiserhöhungen an anderer Stelle kompensiert wird. Die Gruppe, die 6 Prozent ihrer Gesamtumsatsexposition im Nahen Osten hat, ist sich bewusst, dass andauernde Konflikte zwangsläufig zu einer Unterdrückung der Umsätze führen würden.

Aktionärsfreundliche Politik trotz Aussetzung der Aktienrückkäufe

Die Ausschüttungen an die Aktionäre bleiben ein wichtiger Anziehungspunkt für Investoren. Next wechselt je nach Höhe des Aktienkurses zwischen Aktienrückkäufen oder Sonderdividenden. Derzeit ist der Aktienrückkauf aufgrund einer neuen Schwelle der Gruppe von 135 Pfund pro Aktie effektiv ausgesetzt. Somit hat sich das Pendel zugunsten der Dividende verschoben, die inklusive Sonderzahlungen derzeit eine attraktive Rendite von 4,4 Prozent aufweist.

Aktienkurs auf Rekordjagd

Die Aktie von Next ist im letzten Jahr um 21 Prozent gestiegen, verglichen mit einem Gewinn von 16 Prozent für den breiteren FTSE 100. Über die letzten drei Jahre beträgt das Plus sogar 102 Prozent – eine beträchtliche Leistung angesichts der traditionellen Restriktionen, denen Aktien im Einzelhandel ausgesetzt sind.

Während der Aktienkurs und die Bewertung neues, unerforschtes Terrain betreten, tun dies auch Wachstum und Gewinne. Die Marktkonsensmeinung stuft die Aktien als „Kaufen“ ein. Dies spiegelt nach Einschätzung von Analyst Hunter wider, „dass die Anleger die einzigartige Stärke dieses effizienten und hoch angesehenen Unternehmens erkennen“.

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