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Sainsbury's in idealer Position: Britische Supermärkte vor neuer Fusionswelle

Wenn Fusionsgespräche zwischen britischen Supermärkten wieder aufleben, könnte Sainsbury's als Königsmacher den Markt aufmischen – zulasten von Tesco.

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Sainsbury's in idealer Position: Britische Supermärkte vor neuer Fusionswelle

Der britische Lebensmittelmarkt könnte vor einer neuen Konsolidierungswelle stehen. Aus den jüngsten Fusionsgesprächen zwischen Sainsbury's und seinem Konkurrenten Morrisons lasse sich eine zentrale Erkenntnis ziehen, schreibt die Financial Times: Britische Supermärkte halten Fusionen nicht mehr für völlig undenkbar. Sollte diese Einschätzung zutreffen und die Wettbewerbsaufsicht ihren bisher harten Kurs bei der Konsolidierung der Branche lockern, wäre das gut für Sainsbury's – und schlecht für Marktführer Tesco. Die Geschichte stammt aus der wöchentlichen Auswahl der favorisierten Beiträge von FT-Herausgeberin Roula Khalaf.

Der Wunsch nach Zusammenschlüssen ist kein Geheimnis. Es gibt schlicht zu viele Anbieter in einem Markt, dessen Nachfrage nicht wächst. Die Discountketten Aldi und Lidl haben im vergangenen Jahrzehnt rund 10 Prozentpunkte Marktanteil hinzugewonnen. Sie nahmen dabei vor allem Morrisons und Asda, die sich im Besitz von Private-Equity-Gebern befinden, sowie allen anderen Wettbewerbern Umsatz und Profitabilität weg. Die Margen sind entsprechend dünn: Tesco erzielt eine operative Marge von nur 4 Prozent, Sainsbury's kommt auf etwa 3 Prozent. Größere Supermarktketten sind besser darin, Preiskriege zu führen.

Die Wettbewerbsaufsicht als entscheidender Faktor

Bis vor kurzem standen Zusammenschlüsse praktisch nicht zur Debatte. Die britische Competition and Markets Authority (CMA) blockierte 2019 einen vorgeschlagenen Zusammenschluss von Sainsbury's und Asda. Für deutsche Leser ist der Vergleich mit dem Bundeskartellamt hilfreich: Die CMA prüft Fusionen auf ihre Auswirkungen auf den Wettbewerb und hat im britischen Lebensmitteleinzelhandel lange strenge Maßstäbe angelegt.

Seitdem hat die Behörde jedoch ihre Definition von Discount-Händlern geändert, um diese unter denselben Bedingungen wie Supermärkte zu betrachten. Würde man Aldi und Lidl vollständig in die Kalkulation einbeziehen, würden sich die Bewertungen zum nationalen Marktanteil und zum Wettbewerb in bestimmten Regionen verändern – zwei der wichtigsten Gesichtspunkte bei einer solchen Prüfung.

Sainsbury's als Königsmacher

In jeder künftigen Konsolidierung ist Sainsbury's am besten positioniert, als „Kingmaker" aufzutreten. Mit einem Marktanteil von 15 Prozent könnte sich das Unternehmen entweder mit Morrisons oder mit Asda kombinieren und wäre im nationalen Marktanteil dennoch kleiner als Tesco. Seine starke Präsenz im Süden Englands bedeutet zudem, dass es Morrisons oder Asda übernehmen könnte, die beide eine größere Präsenz im Norden haben, ohne dabei einen großen Teil seines eigenen Filialnetzes verkaufen zu müssen.

Da Sainsbury's die Gespräche mit Morrisons bereits abgebrochen hat, riskiert es allerdings, zuzusehen, wie sein schwächelnder Konkurrent stattdessen mit Asda fusioniert. Zusammen kämen beide auf rund 20 Prozent des nationalen Marktes und würden Sainsbury's damit vom zweiten Platz verdrängen. Da beide Unternehmen jedoch große Positionen im Norden Englands halten, müssten sie wahrscheinlich einen erheblichen Teil ihres Filialbestands veräußern. Sainsbury's wäre ein offensichtlicher potenzieller Käufer und könnte als größerer Betreiber kleinere Gruppen wie Waitrose und Marks & Spencer wahrscheinlich überbieten.

Der Preis dürfte der Knackpunkt sein

Es wäre indes voreilig, daraus zu schließen, dass Sainsbury's und Morrisons keine Konditionen finden können, die beiden Seiten zusagen. Der Knackpunkt dürfte der Preis sein. Der Finanzinvestor CD&R kaufte Morrisons für 9,8 Milliarden Pfund, was dem Neunfachen des EBITDA entspricht – also des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Sainsbury's wird hingegen eher zum Fünffachen gehandelt.

Wenn dieses Hindernis überwunden werden kann, gibt es viel zu gewinnen. Im Jahr 2018 schätzte der Händler selbst, dass der Kauf von Asda es ihm ermöglichen würde, die Preise für Grundbedürfnisse um 10 Prozent zu senken. Die Umsetzung dieser Strategie würde die Lücke zu den Discount-Ketten grob halbieren.

Was bleibt vom Marktführer?

Für Tesco fällt die Bilanz gemischt aus. Zwar könnte der Marktführer hier und da Vermögenswerte erwerben, doch mit einem Marktanteil von fast 28 Prozent und einer weit verbreiteten lokalen Präsenz ist er zu groß, um an einer sinnvollen Konsolidierung teilzunehmen. Zuletzt lief es gut für das Unternehmen: Seit 2020 hat es seinen Marktanteil um 1,3 Prozentpunkte gesteigert. Es gibt zumindest keine mögliche Kombination, die größer als Tesco wäre. Ein Ausbruch von M&A-Aktivität würde dem Branchenprimus jedoch gehörig zu schaffen machen.

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