Rumänische Zentralbank hält Leitzins bei 6,50 Prozent stabil
NBR belässt Zinssatz unverändert – Inflationsdruck und Fiskalkonsolidierung im Fokus der Geldpolitik

Die rumänische Zentralbank (National Bank of Romania, NBR) hat ihren Leitzins auf der Februar-Sitzung bei 6,50 Prozent belassen. Damit setzt die NBR ihre Politik der Zinsstabilität fort, die seit Mitte 2024 anhält. Die Entscheidung entsprach den Erwartungen von Analysten.
Die Beibehaltung des Zinsniveaus erfolgt vor dem Hintergrund anhaltenden Inflationsdrucks in Rumänien. Nach Einschätzung der Erste Group sind die jüngsten Preissteigerungen hauptsächlich angebotsseitig bedingt und stehen im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Fiskalkonsolidierung der rumänischen Regierung. Die Zentralbank sieht sich damit vor die Herausforderung gestellt, zwischen Preisstabilität und wirtschaftlicher Entwicklung abzuwägen.
Die NBR veröffentlichte im Rahmen der Sitzung ihren vierteljährlichen Inflationsbericht mit aktualisierten Prognosen. Analysten der Erste Group rechnen mit leicht nach oben korrigierten Inflationserwartungen für die kurze bis mittlere Frist. Besonders bei der Kerninflation, die in den vergangenen Monaten wiederholt über den Schätzungen der Zentralbank lag, wird eine deutlichere Anpassung erwartet.
Inflationsziel bis 2027
Die NBR selbst gab bekannt, dass sie an ihren grundlegenden Inflationsprognosen festhält. Die Zentralbank erwartet einen deutlichen Rückgang der jährlichen Inflation im dritten Quartal 2025, sobald die Effekte von Steuererhöhungen und Strompreisanpassungen nachlassen. Das Ziel, die Inflation bis Mitte 2027 wieder in den Zielkorridor zurückzuführen, bleibt unverändert bestehen.
Der Gouverneur der NBR wird die aktualisierten Prognosen in einer Pressekonferenz erläutern. Diese Briefings gelten als wichtige Quelle für Hinweise auf die künftige geldpolitische Ausrichtung der Zentralbank. Marktteilnehmer achten dabei besonders auf Signale zur Zinsentwicklung.
Erste Zinssenkung erst 2026 erwartet
Die Erste Group prognostiziert, dass die NBR erst im Mai 2026 mit einer ersten Zinssenkung beginnen wird. Dies deutet auf eine längere Phase restriktiver Geldpolitik hin. Die Zentralbank will offenbar sicherstellen, dass die Inflation nachhaltig zurückgeht, bevor sie den geldpolitischen Kurs lockert. Für rumänische Verbraucher und Unternehmen bedeutet dies, dass Kredite vorerst teuer bleiben werden.
