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Rohstoffmärkte im freien Fall: Warsh-Nominierung löst Verkaufswelle aus

Gold verliert 9 Prozent, Silber bricht um 13 Prozent ein – Fed-Personalentscheidung verunsichert Anleger weltweit.

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Rohstoffmärkte im freien Fall: Warsh-Nominierung löst Verkaufswelle aus

Die globalen Rohstoffmärkte haben am Montag einen dramatischen Einbruch erlebt. Gold, Silber, Öl und Industriemetalle verzeichneten deutliche Verluste, nachdem US-Präsident Donald Trump den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh als neuen Vorsitzenden der amerikanischen Notenbank nominiert hatte. Die Entscheidung löste eine Verkaufswelle bei risikobehafteten Anlagen aus und stärkte gleichzeitig den US-Dollar.

Gold fiel um 9 Prozent auf den tiefsten Stand seit über zwei Wochen. Silber gab nach Rekordhochs in der Vorwoche sogar um mehr als 13 Prozent nach. Der Ausverkauf hatte bereits am Freitag begonnen, als Spotgold den stärksten Tagesverlust seit 1983 verzeichnete – ein Minus von über 9 Prozent. Silber brach an diesem Tag um rekordverdächtige 27 Prozent ein.

Warum Warsh die Märkte nervös macht

Vivek Dhar, Rohstoffstratege bei der Commonwealth Bank of Australia, erklärt die Marktreaktion mit der erwarteten Geldpolitik des designierten Fed-Chefs. Investoren rechnen mit einer restriktiveren Haltung Warshs im Vergleich zu seinem Vorgänger Jerome Powell, der im Mai ausscheidet. Ein stärkerer Dollar übt zusätzlichen Druck auf Edelmetalle sowie auf Öl und Basismetalle aus.

Die CME Group verschärfte die Situation zusätzlich, indem sie mit Wirkung zum Börsenschluss am Montag die Margin-Anforderungen für Metall-Futures erhöhte. Höhere Kapitaleinsätze dämpfen die spekulative Beteiligung, verringern die Liquidität und zwingen Händler zum Auflösen von Positionen. Asiatische Aktien folgten den Wall Street Futures deutlich ins Minus.

Öl und Industriemetalle unter Druck

Der Ölpreis sank um fast 5,5 Prozent und gab damit seine mehrmonatigen Höchststände ab. Neben der Fed-Personalentscheidung belasteten auch geopolitische Entspannungssignale. Trump hatte am Wochenende erklärt, dass der Iran "ernsthaft" mit Washington spreche, was die Befürchtungen eines Konflikts mit dem OPEC-Mitglied minderte. Berichte über ausbleibende Militärübungen der iranischen Revolutionsgarden in der Straße von Hormus verstärkten die Entspannungssignale.

Kupfer an der London Metal Exchange verlor fast 5 Prozent. Hohe Lagerbestände und gedämpfte Nachfrage im Vorfeld des chinesischen Neujahrsfestes am 15. Februar belasten das Industriemetall. Analysten rechnen mit trägen Endkundennachfragen und Transaktionen vor dem Feiertag. Auch Eisenerz sieht sich ähnlichen Gegenwinden ausgesetzt.

Weitere Rohstoffe im Minus

Die Verluste zogen sich durch nahezu alle Rohstoffklassen. Gummi in Tokio fiel um fast 3 Prozent, während Weizen und Sojabohnen in Chicago um etwa 1 Prozent nachgaben. Die Breite des Ausverkaufs verdeutlicht die Nervosität der Anleger angesichts der bevorstehenden geldpolitischen Weichenstellung in den USA.

Kaufgelegenheit oder Trendwende?

Trotz der dramatischen Verluste sieht CBA-Stratege Dhar die aktuelle Entwicklung als Korrektur und Kaufgelegenheit. Er hält an seiner Goldpreisprognose von 6.000 US-Dollar für das vierte Quartal fest. Die zentrale Frage für Anleger bleibt, ob die Verluste den Beginn eines strukturellen Abschwungs der Rohstoffpreise markieren oder lediglich eine kurzfristige Korrektur darstellen. Die kommenden Wochen mit zahlreichen Unternehmensgewinnen, Zentralbanktreffen und Wirtschaftsdaten dürften Klarheit bringen.

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