Fed-Nominierung löst Goldausverkauf aus – Asiens Währungen unter Druck
Kevin Warsh als neuer Fed-Chef nominiert. Edelmetalle brechen dramatisch ein, Dollar gewinnt an Stärke.

Die Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Fed hat die globalen Finanzmärkte am Montag in Aufruhr versetzt. US-Präsident Donald Trump schlägt den ehemaligen Fed-Gouverneur als Nachfolger von Jerome Powell vor, dessen Amtszeit im Mai endet. Die Reaktion an den Märkten war unmittelbar und heftig.
Gold erlebte seinen stärksten Rückgang seit vier Jahrzehnten. Der Spotpreis fiel um bis zu 5 Prozent auf 4.586,16 US-Dollar je Unze, nachdem bereits am Freitag ein Minus von fast 10 Prozent verzeichnet wurde. Damit entfernt sich das Edelmetall deutlich von seinem Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar, das erst letzte Woche erreicht wurde. Auch Silber brach um 7,5 Prozent auf 78,35 Dollar ein, Platin verlor 3,8 Prozent auf 2.089,19 Dollar.
Der massive Ausverkauf wird von Analysten auf die Beseitigung einer großen Unsicherheitsquelle zurückgeführt. Mit der Nominierung von Warsh wissen Investoren nun, wer künftig die Geldpolitik der mächtigsten Notenbank der Welt steuern wird. Dies dämpfte die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen erheblich und löste Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rekordrally aus.
Warsh gilt als Inflationsfalke
Experten der ANZ Bank bezeichnen Warsh als den "härtesten" Kandidaten im Kampf gegen die Inflation. Dies reduziert die Erwartungen an eine dramatische Lockerung der Geldpolitik. Der US-Dollar erholte sich von seinem jüngsten Vierjahrestief und setzte die Edelmetallmärkte zusätzlich unter Druck, da ein stärkerer Dollar diese für internationale Käufer verteuert.
Die Einschätzungen zu Warsh fallen jedoch gemischt aus. Einerseits wird erwartet, dass er Trumps Forderungen nach deutlich niedrigeren Zinsen unterstützt. Andererseits gilt er als Kritiker der Vermögenskaufprogramme der Fed. ANZ-Analysten gehen davon aus, dass eine von Warsh geführte Fed eine kleinere Bilanz anstreben und keine große fiskalische Expansion ermöglichen würde.
Gleichzeitig könnte Warsh "die Schwäche des Arbeitsmarktes als größeres Risiko für das Fed-Mandat hervorheben" und weitere Zinssenkungen unterstützen, falls er vom Senat bestätigt wird. Westpac-Analysten merken an, dass Warsh in der Vergangenheit zwar eine lockere Haltung zeigte, sich zeitweise aber auch auf Inflationsrisiken konzentrierte.
Asiatische Währungen in Wartestellung
Die asiatischen Währungen bewegten sich am Montag überwiegend in engen Spannen. Die Märkte warten auf wichtige Wirtschaftsdaten, darunter die Sitzung der australischen Notenbank RBA am Dienstag und die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Der Dollar-Index und die Dollar-Index-Futures stiegen im asiatischen Handel um jeweils 0,1 Prozent.
Der japanische Yen schwächte sich im volatilen Handel ab, nachdem Ministerin Sanae Takaichi das Potenzial für eine Währungsmarktintervention herunterspielte. Das Währungspaar USD/JPY stieg um bis zu 0,5 Prozent und notierte über 155 Yen. Takaichi hatte in einer Wahlkampfrede die Vorteile einer weicheren Währung betont, was im Gegensatz zu früheren Warnungen ihrer Regierung stand.
Der australische Dollar fiel um 0,2 Prozent, da Investoren auf die RBA-Sitzung blicken, bei der eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet wird. Der südkoreanische Won verlor 0,5 Prozent, belastet durch erhebliche Kapitalabflüsse aus den lokalen Aktienmärkten. Die indische Rupie näherte sich Rekordhochs, da Anleger den Fiskalhaushalt 2027 skeptisch aufnahmen.
Geopolitische Entspannung dämpft Safe-Haven-Nachfrage
Zusätzlich zur Fed-Nominierung dämpften Berichte über die Bereitschaft der USA und des Iran zu neuen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm die Nachfrage nach sicheren Häfen. Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten hatten im Januar die Goldpreise noch angetrieben. Trotz der jüngsten Verluste schloss Gold den Januar mit einem Plus von fast 15 Prozent ab.
