China erweitert Yuan-Abwicklungssystem um drei neue Währungen
Shanghai Clearing House nimmt Singapur-Dollar, Neuseeland-Dollar und Thai-Baht ins System auf.

China baut sein onshore-Zentralklärungssystem für den Yuan weiter aus. Die Shanghai Clearing House hat am 14. September die Dienstleistungen der zentralen Gegenpartei für Spot-Geschäfte des Singapur-Dollars, Neuseeland-Dollars und Thai-Baht aufgenommen. Das gab der Abwicklungsanbieter am Mittwoch in einer offiziellen Erklärung bekannt.
An der ersten Handelssitzung beteiligten sich zwölf Banken. Sie klärten Transaktionen im Wert von 996 Millionen Yuan, umgerechnet rund 148 Millionen US-Dollar. Die neuen Währungspaare sollen vor allem die Devisendienstleistungen im Rahmen der chinesischen „Belt and Road“-Initiative unterstützen.
Die Shanghai Clearing House operiert unter der Genehmigung der Volksbank Chinas (PBoC). Bereits zuvor bot die Stelle die zentrale Klärung des Yuan gegenüber dem US-Dollar, Euro, Britischen Pfund, Australischen Dollar und Japanischen Yen an. Mit den drei neuen Währungen erweitert sich das Spektrum für den direkten Handel mit der chinesischen Währung erheblich.
Gebührenerlass bis 2028
Um die Handelskosten zu senken, hat die Shanghai Clearing House einen weiteren Schritt angekündigt. Laut einer separaten Erklärung aus der vergangenen Woche werden die Klärungsgebühren für die drei neuen Währungspaare bis Ende 2028 vollständig erlassen. Dies soll Anreize für Banken und Marktteilnehmer schaffen, die neuen Handelsmöglichkeiten zu nutzen.
Die zentrale Klärung reduziert das Ausfallrisiko der Gegenpartei erheblich. Zudem verbessert sie die Effizienz der Bilanz durch die Nettoabrechnung von Geschäften, die andernfalls bilateral abgewickelt werden müssten. Für deutsche und internationale Investoren ist dies ein wichtiges Signal: China treibt die Internationalisierung des Yuan konsequent voran.
Hintergrund: Die Internationalisierung des Yuan
Die Aufnahme neuer Währungspaare in das Klärungssystem ist Teil einer langfristigen Strategie Pekings. China möchte den Yuan als internationale Handels- und Reservewährung etablieren. Die „Belt and Road“-Initiative spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie den Handel mit Ländern in Asien, Afrika und Europa fördert.
Mit der Erweiterung um Singapur-Dollar, Neuseeland-Dollar und Thai-Baht deckt das System nun neun Währungen ab. Dies erleichtert Unternehmen und Finanzinstituten den direkten Währungshandel ohne den Umweg über den US-Dollar. Die Kostenersparnis und die Reduzierung von Wechselkursrisiken sind dabei wesentliche Vorteile.
Für Anleger in Deutschland und Europa bedeutet dies: Der chinesische Yuan gewinnt als Handelswährung weiter an Bedeutung. Die Maßnahmen der Shanghai Clearing House zeigen, dass China bereit ist, die Infrastruktur für den internationalen Yuan-Handel systematisch auszubauen. Die Gebührenbefreiung bis 2028 unterstreicht den politischen Willen, diesen Prozess zu beschleunigen.
