Asiatische Währungen uneinheitlich – Dollar hält Sieben-Wochen-Hoch
Nach der ersten Fed-Zinserhöhung seit drei Jahren zeigt sich der Dollar stark, der Yen stabilisiert sich.

Die asiatischen Währungen haben sich am Donnerstag uneinheitlich gezeigt, nachdem der US-Dollar nach der ersten Zinserhöhung der Federal Reserve seit drei Jahren auf ein Sieben-Wochen-Hoch geklettert war. Der US-Dollar-Index lag bei rund 100,30 und änderte sich kaum, nachdem er in der Nacht um 0,7 Prozent gestiegen war.
Die Fed stimmte einstimmig mit 12 zu 0 Stimmen dafür, ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent anzuheben. Die neuesten Projektionen der US-Notenbank zeigen zudem, dass die Beamten eine weitere Erhöhung noch in diesem Jahr einkalkulieren. Der Schritt markiert die erste US-Zinserhöhung seit drei Jahren.
Der Aufschwung des Dollars ging mit steigenden Renditen für US-Staatsanleihen einher, nachdem die Fed signalisiert hatte, dass eine weitere Erhöhung im Jahr 2026 wahrscheinlich ist. Zinsfutures deuten nun auf eine Wahrscheinlichkeit von etwa 90 Prozent für eine weitere Anhebung um 25 Basispunkte bis Jahresende hin.
Yen nahe Zweiwochen-Tief vor BOJ-Entscheidung
Der japanische Yen hielt sich nahe einem Zweiwochen-Tief, bevor die Bank of Japan (BOJ) am Freitag ihre geldpolitische Entscheidung verkündet. Das USD/JPY-Paar notierte bei rund 156,08, minus 0,12 Prozent, nachdem der Yen zuvor in der Session auf 156,32 geschwächt hatte.
Die Märkte erwarten, dass die BOJ ihren Leitzins am Freitag auf ein 31-Jahres-Hoch anhebt und signalisiert, dass weitere Erhöhungen möglich bleiben. Die japanische Notenbank reagiert damit auf persistente Inflationsspannungen, einschließlich der Auswirkungen stark steigender Ölpreise. Der Fokus liegt dabei auf Gouverneur Kazuo Uedas Führung hinsichtlich des Timings und des Tempos möglicher weiterer Erhöhungen.
Die jüngste Rallye des Yen wurde durch einen hawkischeren Ausblick für japanische Zinsen, koordinierte Interventionen zwischen Japan und den USA sowie Erwartungen getrieben, dass japanische Anleger ihre Auslandsvermögen zurückführen könnten.
Fed-Chef Warsh bleibt vorsichtig
Fed-Vorsitzender Kevin Warsh verweigerte erneut die Abgabe eigener Zinsprojektionen und behielt seine Ablehnung einer vorwegnehmenden Geldpolitik (Forward Guidance) bei. Die breiteren Projektionen deuteten jedoch weiterhin auf eine weitere Erhöhung in diesem Jahr hin.
Die Märkte richten ihren Blick zunehmend auf die Sitzung am 9. Dezember als nächsten Zeitpunkt für eine Zinsentscheidung, anstatt auf den 28. Oktober. Dies würde die Entscheidung über die US-Mittelwahlen am 3. November hinausziehen.
DBS erwartet, dass sich der DXY innerhalb des seit Mitte 2025 bestehenden breiten Korridors von 96 bis 102 bewegen wird. Das Argument lautet, dass das aktuelle Umfeld nicht dem von den USA angeführten Zinsanstiegzyklus von 2022 gleiche.
Weitere Notenbanken im Fokus
Die Bank of England soll später am Donnerstag ihre geldpolitische Entscheidung bekannt geben, wodurch das Pfund Sterling nach der hawkischen Wendung der Fed in den Mittelpunkt rückt. GBP/USD notierte bei rund 1,3377, nahe seinem kürzlichen Sechs-Wochen-Tief.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen bereits angehoben und ihre drei wichtigsten Leitzinssätze letzte Woche um 25 Basispunkte erhöht. Grund dafür sind der erneute Nahostkonflikt und höhere Energiepreise, die die Inflationsrisiken steigerten.
Chinesischer Yuan und weitere asiatische Währungen
Die Paare USD/CNH und USD/CNY handelten unverändert bei 6,71. China hat zudem sein Onshore-Zentralabrechnungssystem für mehr Fremdwährungen erweitert, um direkten Handel mit dem Yuan zu fördern und die Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Diese Erweiterung könnte es ermöglichen, mehr Währungen direkt gegen den Yuan abzurechnen, was Pekings Bestreben unterstützt, die internationale Nutzung der Währung zu erhöhen.
In anderen Regionen zeigte sich ein gemischtes Bild: Das USD/KRW-Paar stieg um 0,2 Prozent auf 1.379,63, während USD/IDR um 0,6 Prozent auf 17.755,1 zulegte. Das USD/INR-Paar fiel um 0,2 Prozent auf 95,921, während USD/MYR um 0,4 Prozent auf 4,0977 stieg. Das USD/SGD-Paar fiel um 0,14 Prozent auf 1,2763. Der AUD/USD-Kurs stieg um 0,3 Prozent, während das USD/NZD-Paar um rund 0,2 Prozent fiel.
