CoreWeave plant Milliarden-Konvertible-Anleihe für KI-Infrastruktur-Ausbau
Nvidia-gestützter Neocloud-Anbieter sammelt Milliarden für KI-Infrastruktur-Ausbau ein.

Das von Nvidia unterstützte Unternehmen CoreWeave plant eine Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe. Der Neocloud-Anbieter will mit einer Kombination aus konvertiblen Anleihen und einem Aktienverkaufsprogramm frische Mittel einsammeln, um den weiteren Ausbau seiner KI-Infrastruktur zu finanzieren.
Der in New Jersey ansässige Cloud-Spezialist gab am Donnerstag bekannt, dass er konvertible Schuldtitel im Volumen von drei Milliarden US-Dollar begeben will. Die Anleiheemission unterstreicht den enormen Kapitalbedarf, der mit dem Aufbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz verbunden ist. Die Aktien des Unternehmens reagierten im vorbörslichen Handel mit einem Minus von mehr als zwei Prozent. Seit Jahresbeginn haben die Papiere bis zum letzten Schlusskurs jedoch bereits um über 16 Prozent zugelegt.
Milliardenpaket mit Zusatzoption
Die Erstkäufer der Schuldverschreibungen haben die Möglichkeit, zusätzliche Anleihen im Volumen von bis zu 500 Millionen US-Dollar zu erwerben. Einen Teil der Erlöse will CoreWeave nutzen, um die Aktionäre vor Verwässerung zu schützen. Der verbleibende Betrag soll in die laufenden Geschäftsaktivitäten fließen.
Parallel dazu hat das Unternehmen ein sogenanntes At-the-Market-Aktienverkaufsprogramm (ATM) aufgelegt. Dieses ermöglicht die Platzierung von bis zu 35 Millionen Aktien. Bezogen auf den Schlusskurs vom Mittwoch könnte das Programm potenziell rund 2,92 Milliarden US-Dollar einbringen. Die tatsächliche Durchführung der Aktienverkäufe hängt jedoch von den jeweiligen Marktbedingungen ab.
Das ATM-Programm wird von einem Konsortium renommierter Banken betreut, darunter die Deutsche Bank, Goldman Sachs und J.P. Morgan. Es ist Teil der Strategie von CoreWeave, sich hin zu einem Investment-Grade-Kreditprofil zu entwickeln.
Wachstum bei Kundenverträgen und Auftragsbestand
Im dritten Quartal konnte CoreWeave kurzfristige Kundenverträge für Rechenkapazität abschließen. Diese Verträge belaufen sich annualisiert auf rund 40 Millionen US-Dollar pro Megawatt. Die vertraglich gesicherte Leistung des Unternehmens stieg von 3,7 Gigawatt Ende Juni auf rund 4,2 Gigawatt.
Bereits im August hatte CoreWeave für das zweite Quartal einen Auftragsbestand (Revenue Backlog) von 104,2 Milliarden US-Dollar gemeldet. Anfang des dritten Quartals kamen zusätzliche Kundenverpflichtungen in Höhe von mehr als 25 Milliarden US-Dollar hinzu. Diese Zahlen verdeutlichen die starke Nachfrage nach KI-Rechenkapazität und die strategische Positionierung des Unternehmens in diesem schnell wachsenden Markt.
Hintergrund: CoreWeave im KI-Boom
CoreWeave hat sich als sogenannter Neocloud-Anbieter positioniert und ist spezialisiert auf GPU-basierte Rechenleistung für KI-Anwendungen. Das Unternehmen wird von Nvidia unterstützt, dem führenden Hersteller von KI-Chips. Die enge Verbindung zu Nvidia verschafft CoreWeave bevorzugten Zugang zu den begehrten Grafikprozessoren, die für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle benötigt werden.
Die Finanzierungsrunde kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nachfrage nach KI-Infrastruktur weltweit rasant steigt. Unternehmen aus allen Branchen investieren massiv in KI-Kapazitäten, was Cloud-Anbietern wie CoreWeave ein starkes Wachstum beschert. Gleichzeitig erfordert der Ausbau der Rechenzentren jedoch erhebliche Investitionen, die über Kapitalmarkttransaktionen finanziert werden müssen.
