Rezessionsangst: Dieser ETF bietet historisch erprobten Schutz
Rekord-Renditen bei US-Anleihen wecken Rezessionsängste – ein ETF bietet historisch erprobten Schutz.

Die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen haben Mitte September mit 4,3 Prozent den höchsten Stand seit 2007 erreicht. Nur wenige Wochen zuvor hatten bereits die 30-jährigen Pendants dieselbe Marke geknackt. Erfahrene Marktteilnehmer erinnern sich: Nach ähnlichen Niveaus folgte die globale Finanzkrise. Das muss nicht bedeuten, dass sich die Geschichte wiederholt. Doch der Anleihemarkt gilt seit jeher als verlässlicher Frühindikator für konjunkturelle Abschwünge – auch wenn er kein unfehlbares Instrument ist.
Für Anleger stellt sich die Frage, wie sie ihr Portfolio gegen eine mögliche Rezession wappnen können. Ein ETF, der in diesem Umfeld besonders ins Auge fällt, ist der
Invesco S&P 500 High Dividend Low Volatility ETF
(Ticker: SPHD). Der Fonds kombiniert zwei strategische Ansätze: hohe Dividendenrendite und geringe Kursschwankungen. Genau diese Mischung könnte sich in einem rezessiven Umfeld als vorteilhaft erweisen.
Ein ETF mit Geschichte
Der rund 3,4 Milliarden Dollar schwere Invesco-ETF feiert im nächsten Monat sein 14-jähriges Bestehen. In dieser Zeit hat er mehrere Rezessionen durchlebt, darunter das Corona-Krisenjahr 2020 und die zwei aufeinanderfolgenden Quartale mit schrumpfendem Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2022. Die Performance fiel dabei gemischt aus: Während der Pandemie-Rezession 2020 blieb der ETF hinter dem breiten S&P 500 zurück – wohl aufgrund der extrem kurzen Rezession und der anschließenden, von Risikobereitschaft geprägten Erholung.
Ganz anders sah es 2022 aus. Während der S&P 500 um 18,2 Prozent einbrach, legte der Invesco-ETF um 0,6 Prozent zu. Das zeigt: In Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit kann der Fonds seine Stärken ausspielen. Die Geschichte spricht für ihn, auch wenn die Ergebnisse nicht jedes Jahr gleich ausfallen.
Sektorallokation als Trumpf
Ein Blick auf die historische Aktienperformance während Rezessionen seit 1980 zeigt: Die widerstandsfähigsten Sektoren sind Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs (Consumer Staples) und das Gesundheitswesen. Genau hier liegt eine Stärke des SPHD-ETF. Zusammen machen Aktien aus diesen beiden Bereichen 28,4 Prozent des Portfolios aus. Der Fonds enthält einige der größten Unternehmen aus dem Konsumgütersektor nach Marktkapitalisierung.
Hinzu kommt ein Effekt, den man als "Add by Subtraction" bezeichnen könnte: Technologieaktien sind historisch betrachtet der zweitschlechteste Sektor in Rezessionen. Der Invesco-ETF enthält jedoch keinerlei Tech-Titel. Das Fehlen dieser volatilen Branche könnte sich in schwierigen Zeiten als Vorteil erweisen.
Dividenden als Stabilitätsanker
Wie der Name bereits verrät, handelt es sich um einen Dividenden-ETF. Die Ausschüttungsquote liegt bei nahezu 4,4 Prozent – etwa dem Vierfachen der Dividendenrendite des S&P 500. Das ist nicht nur eine attraktive laufende Verzinsung. Dividendenaktien haben in der Vergangenheit ihre Widerstandsfähigkeit in Rezessionen unter Beweis gestellt. Sie helfen Anlegern, auch in schwierigen Marktphasen investiert zu bleiben.
Ein weiteres Detail: Der ETF schüttet monatlich statt vierteljährlich aus. Das bedeutet einen gleichmäßigeren Einkommensstrom und eine schnellere Zinseszinswirkung für Anleger. Die Kostenquote beträgt 0,3 Prozent pro Jahr, also 30 Euro auf eine Position von 10.000 Euro.
Fazit: Schutz, aber keine Garantie
Der Invesco S&P 500 High Dividend Low Volatility ETF ist kein perfektes Instrument. Er wird in Bärenmärkten oder Rezessionen nicht zwangsläufig steigen. Sein Design zielt darauf ab, in schwierigen Zeiten besser abzuschneiden als der breite Markt – und das mit geringeren Kursschwankungen. Für risikoaverse Anleger, die ihr Portfolio gegen eine mögliche Rezession absichern möchten, könnte dieser ETF eine kluge Ergänzung sein. Die Geschichte zeigt: In unsicheren Zeiten zählt oft die Verteidigung mehr als der Angriff.
