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US-Anleiherendite über fünf Prozent: Chance auf zweistellige Renditen

Rendite zehnjähriger US-Anleihen steigt erstmals seit 2007 wieder über fünf Prozent.

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US-Anleiherendite über fünf Prozent: Chance auf zweistellige Renditen

Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist erstmals seit fast drei Jahren wieder über die Marke von fünf Prozent gestiegen. Damit setzt sich der monatelange Ausverkauf am größten Bondmarkt der Welt fort – getrieben von hoher Inflation, einem wachsenden Haushaltsdefizit und einer Flut neuer Unternehmensanleihen.

Die Rendite kletterte in dieser Woche auf den höchsten Stand seit 2007, als die Ölpreise angesichts steigender Risiken für die globale Versorgung anzogen. Für Anleger, die in den vergangenen Jahren unter der Niedrigzinsphase gelitten haben, eröffnet sich damit eine neue Perspektive: zweistellige Renditen auf Staatsanleihen sind wieder in Reichweite.

Trotz Krise: Einkommen als Kaufargument

So angespannt die Lage am Anleihemarkt auch sein mag – einige Investoren sehen einen überzeugenden Grund zum Kauf: das Einkommen. Die gestiegenen Renditen bedeuten höhere laufende Erträge für Käufer von Staatsanleihen. Wer jetzt einsteigt, sichert sich über Jahre hinweg attraktive Kupons, die in der Nullzins-Ära undenkbar waren.

Die treibenden Kräfte hinter dem Renditeanstieg sind vielschichtig. Die Inflation in den USA bleibt hartnäckig über dem Zielwert der Federal Reserve von zwei Prozent. Gleichzeitig wächst das Haushaltsdefizit der US-Regierung weiter, was das Angebot an Staatsanleihen erhöht. Hinzu kommt eine Flut von Neuemissionen am Unternehmensanleihemarkt, die zusätzlichen Druck auf die Kurse ausübt.

Historische Einordnung für deutsche Anleger

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung bemerkenswert. Noch vor wenigen Jahren mussten Investoren für die Sicherheit deutscher Bundesanleihen bezahlen – Stichwort Negativzinsen. Die Renditewende in den USA signalisiert einen fundamentalen Wandel an den Kapitalmärkten, der auch Auswirkungen auf den Euroraum hat.

Die zehnjährige US-Rendite gilt als Benchmark für die globale Finanzwelt. Steigt sie, verteuern sich die Finanzierungskosten für Unternehmen und Staaten weltweit. Gleichzeitig werden festverzinsliche Anlagen wieder zu einer ernstzunehmenden Alternative zu Aktien.

Risiken bleiben bestehen

Trotz der verlockenden Renditen sollten Anleger die Risiken nicht aus den Augen verlieren. Der Ausverkauf an den Bondmärkten ist noch nicht zwingend abgeschlossen. Sollte die Inflation weiterhin hoch bleiben oder die US-Notenbank die Zinsen noch stärker anheben müssen, könnten die Renditen weiter steigen – und die Kurse der Anleihen entsprechend fallen.

Zudem belastet das hohe Angebot an Neuemissionen den Markt. Die US-Regierung muss ihre steigende Verschuldung refinanzieren, und auch Unternehmen nutzen das aktuelle Zinsniveau für ihre Finanzierungen. Das drückt auf die Kurse bestehender Anleihen.

Fazit

Der Anleihemarkt durchlebt eine Phase historischer Spannung. Doch für Anleger mit langem Atem bieten die gestiegenen Renditen eine Chance, die es seit eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr gab. Wer die Risiken kennt und bereit ist, Kursschwankungen auszusitzen, kann sich derzeit attraktive laufende Erträge sichern. Die Entwicklung bleibt jedoch volatil – eine genaue Beobachtung der Inflationsdaten und der Geldpolitik der Fed ist unerlässlich.

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