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Oracles Schuldenlast: Gefahr für die KI-Cloud-Ziele?

Trotz 125 Milliarden Dollar Schulden: Warum die Cloud-Pläne von Oracle nicht scheitern werden.

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Oracles Schuldenlast: Gefahr für die KI-Cloud-Ziele?

Oracle (ORCL) steht 56 Prozent unter seinem Höchststand von vor etwa einem Jahr. Die Aktie des Technologiekonzerns war zunächst stark gestiegen, nachdem ein 300-Milliarden-Dollar-Abkommen mit OpenAI unterzeichnet worden war. Doch Zweifel, ob OpenAI seinen Verpflichtungen aus dem Deal nachkommen kann, ließen die Oracle-Aktie zuletzt einbrechen.

Hinzu kommt: Oracle hat erhebliche Kredite aufgenommen, um die Infrastruktur für die Finanzierung dieses Deals aufzubauen. Sollte diese Investition keine positiven Renditen abwerfen, könnte das den Anlegern tiefgreifende Verluste bescheren. Dennoch gibt es gute Gründe anzunehmen, dass die Schuldenlast von Oracle seine Cloud-Pläne nicht zum Scheitern bringen wird – selbst wenn OpenAI scheitern sollte.

Hohe Verschuldung, aber starke operative Entwicklung

Zum Ende des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2027 (Ende 31. August) belief sich die Gesamtverschuldung von Oracle auf etwas mehr als 125 Milliarden Dollar. Angesichts eines Buchwerts von lediglich rund 67 Milliarden Dollar übt dies einen beträchtlichen Druck auf die Bilanz aus. Sollte die Branche einen schweren KI-Bust erleben, könnte dies die Investitionsargumentation für Oracle-Aktien untergraben.

Allein im ersten Quartal des Geschäftsjahres gab Oracle über 28 Milliarden Dollar für Kapitalausgaben (Capex) aus. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 lagen die Capex bei nahezu 56 Milliarden Dollar. Obwohl die Nachfrage nach KI-Infrastruktur hoch ist und schnell wächst, könnte eine plötzliche Trendumkehr die Anleger weiter verunsichern.

Doch Anleger sollten bedenken: Der Dotcom-Bust hat das Internet nicht zerstört, selbst wenn der befürchtete KI-Bust eintreten sollte. Es ist eher unwahrscheinlich, dass KI verschwindet, selbst wenn sich ihre Entwicklung vorübergehend verlangsamt.

Wachsender Backlog unabhängig von OpenAI

Ein entscheidender Punkt: Die KI-Verträge von Oracle enden nicht mit OpenAI. Seit der Ankündigung des OpenAI-Deals vor einem Jahr ist der Backlog um 209 Milliarden Dollar auf 664 Milliarden Dollar gestiegen. Diese Steigerung entspricht mehr als zwei Dritteln der Größe des OpenAI-Deals. Das könnte Oracle bis 2028 und möglicherweise darüber hinaus zu einer der bestperformenden KI-Aktien machen.

Auch die finanziellen Ergebnisse sollten Anleger beruhigen. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres stieg der Umsatz von etwas mehr als 19 Milliarden Dollar um 30 Prozent. Das Wachstum im Cloud-Segment, das die KI-Infrastruktur betreibt, lag bei 60 Prozent. Die Betriebskosten stiegen um 18 Prozent, was das operative Ergebnis um 57 Prozent auf über 6,7 Milliarden Dollar steigerte.

Finanzielle Flexibilität bleibt erhalten

Die Zinsaufwendungen für das Quartal betrugen rund 1,4 Milliarden Dollar. Dennoch erwirtschaftete Oracle einen quartalsweisen Gewinn von 4,7 Milliarden Dollar. Zudem hält das Unternehmen rund 37 Milliarden Dollar in Form von Cash und marktfähigen Wertpapieren. Das Unternehmen scheint finanziell in der Lage zu sein, in KI zu investieren und gleichzeitig flexibel zu reagieren, sollte die Branche plötzlich zusammenbrechen.

Fazit: Risiko ja, aber keine Katastrophe

Die hohe Verschuldung von Oracle macht die Aktie zu einer risikoreicheren Anlage. Die Aufnahme von fast doppelt so viel Schulden wie dem Buchwert des Unternehmens erhöht das Risiko, sodass Oracle wahrscheinlich nicht für konservative Anleger geeignet ist. Dennoch macht der wachsende Backlog – unabhängig vom Fortbestand der Partnerschaft mit OpenAI – es wahrscheinlich, dass die neu aufgebaute Infrastruktur weiterhin zahlungskräftige Kunden anziehen wird.

Angesichts der aktuellen Profitabilität und der finanziellen Flexibilität sollten Anleger erwarten, dass die Cloud-Aktie ihre KI-Ziele letztendlich erreichen wird.

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